Chronikbilder

Die Geschichte des Tennisclubs am Spessart zeigt, dass man einen sehr langen Atem haben muss, um einen neuen Verein mit einer ganz neuartigen Anlage zum Leben zu erwecken.
Von der offiziellen Gründung des TCAS 1985 bis zur Einweihung der TCAS-Anlage 1989 vergingen rund vier Jahre, in der die Geduld der mit viel Begeisterung und Optimismus angetretenen vierzehn Gründungsmitglieder und der gut zweihundert schon im ersten Jahr beigetretenen Clubmitglieder auf eine äußerst harte Probe gestellt wurde.

In der TCAS-Historie, die mit der ersten Idee im Jahr 1984 beginnt, habe ich mich vor allem auf offizielle Mitteilungen und Presseveröffentlichungen konzentriert, um den mühsamen, holprigen Weg möglichst so zu beschreiben, wie er seinerzeit zum größten Teil auch in der Öffentlichkeit zu verfolgen war. Mag der Text trotz des weitgehenden Verzichts auf Protokolle von Vorstandssitzungen, Gesprächsnotizen, Briefen und vielem mehr auch sehr, sehr lang geworden sein, die Zeit des Kampfs um die Geländebeschaffung und um die diversen behördlichen Genehmigungen, die zähe Zeit der Anträge, Einsprüche, Bedenken, Auflagen, Bescheide war noch viel, viel länger…

Es gab immer wieder böse Überraschungen und Enttäuschungen durch unerwartet ablehnende Bescheide. Dies führte zu ganz erheblichen Verzögerungen, weil einzelne Behörden immer wieder neue Auflagen stellten und dann sehr viel Zeit brauchten, die entsprechend geänderten Pläne erneut zu prüfen. Mehrfach hatte die Gemeinde den Baubeginn schon angekündigt und musste dann doch den TCAS-Vorstand wieder vertrösten – und der wiederum seine Mitglieder.

Die ersten vier Jahre bilden das umfangreichste Kapitel in dieser Chronik. In dieser Zeit gab es mit Abstand am meisten zu tun. Und es war eine ganz besondere Herausforderung, einen Tennisclub ohne Tennisanlage – aber mit sehr vielen erwartungsvollen Mitgliedern – über diese schwere Zeit zu bringen. In den folgenden Berichten über die vielfältigen Aktivitäten wird dies vielleicht deutlich. Und es galt, über permanente Öffentlichkeits- und Pressearbeit sowie PR-Aktionen immer noch neue Mitglieder für einen „virtuellen“ Club zu gewinnen.

Ich sehe das ausführliche Aufschreiben der TCAS-Geschichte auch als Erinnerung und einen Dank an alle, die den Club insgesamt und mich persönlich immer wieder unterstützt haben. Und vielleicht interessiert sich ja auch das eine oder andere heutige TCAS-Mitglied für die Odyssee, die am Anfang dieses Clubs und dieser Anlage gestanden hat (nun gut: Odysseus war noch ein paar Jährchen mehr unterwegs, hatte aber nichts mit Behörden zu tun!).

Ein ganz besonderer Dank gilt Gemeinde-Amtsrat Wilhelm Geiger, der mich nach herben Rückschlägen mehrfach überredete, das Vorhaben nicht aufzugeben und mich von Behörden oder Verbänden nicht unterkriegen zu lassen. Ohne seine Beharrlichkeit und sein diplomatisches Geschick im Umgang mit den (gefühlt tausend) Trägern öffentlicher Belange wäre der TCAS wohl nie zu seiner Anlage gekommen.

Immerhin hat es sich wieder einmal bewahrheitet: Was lange währt….

Rolf Heggen, im August 2010

Die Geschichte des Tennisclubs am Spessart Großenhausen von 1985…

…beginnt bereits im April 1984 – knapp ein Jahr vor seiner Gründung – bei einer Pressepräsentation im Tenniszentrum Wiesbaden-Nordenstadt: Sportbodenhersteller DLW stellt einen neuen Kunstrasen vor, auf den sich ähnlich spielen lässt wie auf einem herkömmlichen Sandplatz, weil der Kunstrasen mit Quarzsand verfüllt ist.

Unter den eingeladenen Journalisten ist auch Rolf Heggen, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Nicht nur von Berufs wegen sondern auch als engagierter Tennisspieler und Vorsitzender des Tennisclubs Niedermittlau zeigt er sich sehr interessiert an dem neuen Konzept für das ganze Jahr über bespielbare Tennisplätze. Denn dass die Tennisanlagen in unseren Breiten grundsätzlich nur von Mai bis September zu bespielen sind und dann eine siebenmonatige teure Hallensaison von Oktober bis April folgt, ist ihm schon lange ein Dorn im Auge.

Der Präsentation des „DLW-Sportfloors“ folgt ein Journalistenturnier auf der großen, modernen Wiesbadener Tennisanlage. Rolf Heggen gewinnt den „Sportfloor-Cup 1984“ und die Überzeugung, dass dieser Bodenbelag auf bestmögliche Art und Weise den unsinnig langen Winterschlaf von Tennisvereinen beenden kann.

Viele Gründe für eine ganz neue, einzigartige Tennisanlage

Aber es ist ihm auch klar, dass gerade in einem so traditionell verankerten Sport wie Tennis ein ganz neuer Belag bei den meisten Spielern und Spielerinnen auf Ablehnung stoßen wird. Dabei liegen die Vorteile des Kunstrasens mit Quarzsand auf der Hand: Spielen im Freien das ganze Jahr über möglich, kein Winterschlaf mehr in den Tennisclubs, keine aufwändige, teure Frühjahrsinstandsetzung, kein Wässern der Plätze und damit keine zusätzlichen Kosten und vor allem kein Verbrauch von wertvollem Trinkwasser, kein Zeitverlust vor dem Spiel, stets nahezu gleiche Spieleigenschaften auf einem weichen, die Gelenke schonenden Boden, keine Wartezeiten nach ausgiebigen Regenfällen, kein roter Staub auf Haut, Kleidung und im Clubheim. Rolf Heggen kann seine Begeisterung für die neuen Möglichkeiten zwar auf einige Mitspieler in seinem Niedermittlauer Club übertragen, aber für die meisten ist eine solch neue Anlage nicht vorstellbar – und auf keinen Fall finanzierbar.

Deshalb kann es nur eine Lösung geben: Gründung eines neuen Tennisvereins mit der Vorgabe, eine Anlage mit ausschließlich quarzsandverfüllten Kunstrasenplätzen zu erstellen. Und es bietet sich an, für diesen Verein vor allem auch Menschen zu interessieren, die noch kein Tennis spielen, weil sie unvoreingenommen und noch nicht im traditionellen Tennis verhaftet sind. Da Rolf Heggen an seinem Wohnort Großenhausen (seit Oktober 1981) schon einen recht großen Bekanntenkreis hat, findet er bald einige Interessierte, die sich aufgeschlossen zeigen und mit seinen innovativen Tennisideen anfreunden können.

Am 2. Juli 1984 schreibt der Journalist einen ausführlichen Brief an die „Damen und Herren des Gemeindevorstands der Gemeinde Linsengericht“: „Es gibt im Ortsteil Großenhausen eine große Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die gerne einen Tennisclub gründen und eine Tennisanlage errichten würden.“ Er führt auf drei Seiten neun Gründe an, warum die Gemeinde ein entsprechendes Sportgelände zur Verfügung stellen sollte für eine „Anlage mit einem ganz neuen System, das im Main-Kinzig-Kreis einmalig wäre und den Spielern sogar im Winter den Tennissport ermöglichen würde. Großenhausen könnte zum Vorbild werden.“

Acht Wochen später, am 28. August 1984, erhält Rolf Heggen die Antwort des Bürgermeisters Hubert Breidenbach: „Auf Grund Ihres Schreibens, das sehr detaillierte Ausführungen über die derzeitige Situation des Tennissports in Linsengericht und auch die Gründe beinhaltet, warum Sie die Gründung eines weiteren Tennisclubs anstreben, kam der Gemeindevorstand nach intensiver Beratung zur der Auffassung, dass die Gemeindekörperschaften grundsätzlich nichts gegen die Gründung eines neuen Tennisvereins einzuwenden haben.

Allerdings können Zusagen für die Bereitstellung von Gelände für den noch zu gründenden Tennisverein nicht gegeben werden, zumal die Gemeinde derzeit nicht über ein solches Gelände verfügt. Außerdem ist es nicht üblich, Personen, die einen Verein gründen wollen, Zusagen in irgendeiner Art zu machen.

Der Gemeindevorstand vertritt darüber hinaus die Auffassung, dass innerhalb der Gemeinde auch jetzt schon die Möglichkeit besteht, den Tennissport auszuüben. Wir verweisen auf das Sportcenter und die Sporthalle in Altenhaßlau. Darüber hinaus ist ein Tennisplatz, der zur Zeit nicht genutzt wird, auf dem Gelände des Geisbergguts vorhanden. Vielleicht ist es Ihnen möglich, für diesen die Gestattung der Benutzung zu erlangen. Wie wir außerdem in Erfahrung bringen konnten, besteht bei dem vorhandenen Tennisclub Rot-Weiß Linsengericht noch die Möglichkeit der Aufnahme von ca. vierzig Tennissportlern…..

Wir bedauern sehr, Ihnen weitergehende Zusagen heute nicht machen zu können.“

Sehr viel Gegenwind und negative Kommentare

Rolf Heggen lässt sich dadurch nicht entmutigen und antwortet mit einem Brief am 23. September 1984, dass er sich darüber freue, „dass der Gemeindevorstand grundsätzlich positiv reagiert habe.“ Und er kündigt die Gründung eines offiziellen Tennisclubs in Großenhausen als eingetragener Verein an.Er werde sich als Initiator des Clubs wieder bei der Gemeinde melden, wenn er die geforderte „Existenzfähigkeit“ des Vereins nachweisen könne.

Wenig hilfreich sind in dieser Phase auch die Äußerungen von Vorsitzenden einiger umliegender Tennisclubs, die von „Hirngespinsten“, „Windeiern“ und „Profilierungssucht“ sprechen. Auch auf Verletzungsgefahren wird hingewiesen. Offensichtlich möchte man keinen neuen Club als neue Konkurrenz im Kampf um Mitglieder.

Es braucht dann seine Zeit, um mit all dem Gegenwind und den negativen Kommentaren und Unterstellungen fertig zu werden. Im Frühjahr 1985 fasst Rolf Heggen neuen Mut und lädt mit einem Rundschreiben am 1. März 1985 „Tennisfreunde in und um Großenhausen“ in sein Haus ein, um gemeinsam den „Tennisclub Großenhausen“ aus der Taufe zu heben.

Gründungsversammlung am 8. März 1985 im Hause Heggen

Zwölf Großenhäuser Bürgerinnen und Bürger folgen der Einladung und bilden gemeinsam mit Rolf Heggen und seiner Frau Heike am 8. März 1985, 20 Uhr, die Gründungsversammlung des Tennisclubs am Spessart Großenhausen im Hause Heggen (Im Mühlgarten 6):
Martin Car
Brigitte und Friedhelm Christ
Horst Geiger
Katharina und Gerd Grieben
Dr. Werner Heit
August Iffland
Eva und Bernhard Iffland
Hans-Ulrich Kloz
Gerhard Schönfelder

Die ebenfalls eingeladenen Bürgermeister Hubert Breidenbach und Ortsvorsteher Hans Westedt bedauern, wegen anderer Verpflichtungen nicht kommen zu können.

Rolf Heggen hat eine Satzung und eine Gebührenordnung, einen neuen Clubnamen (Tennisclub am Spessart / TCAS), Vereinsfarben (grün-blau-weiß) und ein Vereinslogo entworfen sowie eine Tagesordnung mit acht Punkten vorbereitet:

1 Begrüßung und Bericht über bisherige Aktivitäten

2 Aussprache über die Gründung des Tennisclubs und die vorgelegte Tagesordnung

3 Wahl des Vorstands
(Erster und Zweiter Vorsitzender, Kassenwart, Schriftführer)
Wahl zweier Kassenprüfer

4 Aussprache und Abstimmung über die Annahme der vorgelegten Satzung

5 Festlegen der Gebührenordnung für Mitglieder

6 Mitglieder-Werbeaktionen und Vorbereitung einer Mitgliederversammlung

7 Aussprache über mögliche Standorte des Tennisclubs

8 Verschiedenes

Vierzehn Gründungsmitglieder wählen den ersten Vorstand

Alle Teilnehmer der Gründungsversammlung bekräftigen trotz der von Rolf Heggen ausführlich vorgestellten schwierigen Situation ihre uneingeschränkte Bereitschaft, an diesem Abend den „Tennisclub am Spessart Großenhausen von 1985“ zu gründen und alle dazu notwendigen Maßnahmen zu unterstützen und mitzutragen.

Aus der Versammlung kommen für die Besetzung der Vorstandsämter folgende Vorschläge, die alle einstimmig angenommen werden:

Erster Vorsitzender: Rolf Heggen
Zweiter Vorsitzender: Hans-Ulrich Kloz
Kassenwart: Horst Geiger
Schriftführerin: Heike Heggen
Kassenprüfer: Gerd Grieben, Gerhard Schönfelder

Der Vorstand wird beauftragt, die vorgelegte Satzung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Gelnhausen eintragen zu lassen.

Drei Mark im Monat während der Aufbauphase

Die Versammlung legt die Mitglieder-Gebührenordnung fest: Erwachsene drei Mark je Monat, Paare fünf Mark, Familien sechs Mark, Jugendliche zwei Mark. Diese Beiträge gelten für die Phase des Aufbaus des Tennisclubs. Sobald eine Anlage erstellt ist und der Spielbetrieb aufgenommen wird, werden ein Beitrag für aktive Mitglieder und eine Aufnahmegebühr fällig. Diese Gebühren sollen den Sätzen der umliegenden Tennisclubs entsprechen. Die von den TCAS-Mitgliedern vor Beginn des Spielbetriebs geleisteten Zahlungen sollen auf die Aufnahmegebühr für aktive Mitglieder angerechnet werden.

Es gibt zahlreiche Überlegungen und Vorschläge zum möglichen Standort des Tennisclubs in Großenhausen, insbesondere den alten Hartplatz des FSV neben dem Unternehmen Kelvi-Plast. Der Vorstand wird beauftragt, nun erneut bei der Gemeinde wegen eines Geländes vorstellig zu werden. Gegen 23.30 Uhr schließt der TCAS-Vorsitzende Rolf Heggen die Gründungsversammlung. Das von TCAS-Schriftführerin Heike Heggen am 10. März 1985 erstellte Protokoll der Gründungsversammlung wird von zwölf Gründungsmitgliedern unterschrieben.

Eintragung in das Vereinsregister am 15. April 1985

Am 15. April 1985 bestätigt das Amtsgericht die Eintragung der TCAS-Satzung und der drei vertretungsberechtigten Vorstandsmitglieder Rolf Heggen, Hans-Ulrich Kloz und Horst Geiger in das Vereinsregister.

Der TCAS-Vorstand unterrichtet auf dem ersten offiziellen TCAS-Briefbogen die Gemeinde Linsengericht am 25. April 1985 über die Entwicklung des Clubs, der nun alle Auflagen des Gemeindevorstands erfüllt habe, und bittet um eine erste Aussprache mit dem Bürgermeister und dem Gemeindevorstand, um seine Vorstellungen über die Bereitstellung von Gelände für die Tennisanlage Großenhausen vorzutragen.

Anfang Mai 1985 macht sich TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen mit einem Schreiben, das sich an „alle Einwohner von Großenhausen, Waldrode, Lützelhausen, Hof Eich und umliegende Orte“ richtet, auf eine persönliche Werbetour von Haus zu Haus. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit dem sportlich aufgeschlossenen Gemeindevorstand um den Bau einer Tennisanlage in Großenhausen. Durch Ihren Beitritt in den Tennisclub am Spessart können Sie und Ihre Angehörigen dieses Vorhaben unterstützen. Mitglieder, die jetzt in der Aufbauphase beitreten, zahlen erstens nur sehr geringe Beiträge (siehe gelbes Blatt) und sichern sich auf jeden Fall ihren Platz auf der Tennisanlage bei Beginn des Spielbetriebs. Die bis dahin gezahlten Beiträge werden zudem auf die dann für alle fällig werdende Aufnahmegebühr angerechnet.“

In 10 Wochen von 0 auf 100

Und natürlich verbreitet das Werbeschreiben Optimismus: „Nach den ersten Reaktionen auf unsere Pläne sind wir sicher, dass der Tennisclub am Spessart schon bald die Grenze von 150 Mitgliedern erreichen wird. Da zunächst nur drei Plätze erstellt werden sollen, wäre der Club damit bereits am Rande der Aufnahmekapazität.“ Und es wird – ganz treuherzig – darauf hingewiesen: „Wer seinen Beitritt bis zum Beginn des Spielbetriebs hinauszögert, läuft somit Gefahr, zunächst nur auf der Warteliste berücksichtigt werden zu können. Also kommen Sie jetzt in den TCAS, um von Anfang an den höheren Freizeitwert von Großenhausen genießen zu können. Wir verweisen dabei noch einmal auf die besonders günstigen Familienbeiträge.“

Mit diesem überaus optimistischen Ansatz und mit einer entsprechenden Überzeugungskraft gelingt es, innerhalb von zehn Wochen das erste Ziel von 100 TCAS-Mitgliedern zu erreichen.

Dieser tolle Start spricht sich auch im Rathaus der Gemeinde Linsengericht rum. Zum 22. Juni 1985 wird der TCAS-Vorsitzende zu einer Besprechung mit Bürgermeister Hubert Breidenbach und dem zuständigen Amtsrat Wilhelm Geiger eingeladen. Über die Existenzberechtigung des TC am Spessart und seinen Antrag auf Gelände muss nun gar nicht mehr gesprochen werden. Allerdings sieht die Gemeinde nur eine einzige Chance für eine neue Tennisanlage in ihrer Gemarkung auf dem Sportgelände „Auf dem Berg“ an der Grenze zwischen Lützelhausen und Großenhausen. Dort würde auch der Turnverein Lützelhausen gerne eine neue Heimstatt finden. Noch am selben Tag nehmen die vier TCAS-Vorstandsmitglieder das angesprochene Sportgelände in Augenschein und sind von der Lage sehr angetan.

Am 24. Juni 1985 schreibt Rolf Heggen an die Herren Breidenbach und Geiger unter anderem: „Nach unserem Ortstermin sind wir der Meinung, dass auf diesem Wiesengelände genügend Platz für den Turnverein und den Tennisclub gemeinsam wäre. Auch für Außenanlagen des Turnvereins wäre sicher genügend Raum. Wir wünschen uns sehr, dass es Ihnen gelingen möge, die Verantwortlichen des Turnvereins Lützelhausen von einer gemeinsamen Lösung zu überzeugen. Für den Freizeitwert aller Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Linsengericht, speziell natürlich für die sportinteressierten Menschen in Lützelhausen und Großenhausen, wäre das eine Bereicherung der Lebensqualität. Wir hoffen auf einen baldigen positiven Bescheid.“

Zusammenarbeit mit dem TV Lützelhausen vereinbart

Zu einem ersten Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit beim Aufbau eines Sportgeländes am Rande von Lützelhausen – „Auf dem Berg“ – treffen sich die Vorsitzenden des TV Lützelhausen, Walter Desch, und des TC am Spessart Großenhausen, Rolf Heggen, am 30. Juni 1985. Der Turnverein, der im Ortskern von Lützelhausen nur eine sehr kleine und zudem sehr sanierungsbedürftige Halle hat, kämpft schon seit vielen Jahren um eine neue und wesentlich größere Turnhalle. Die beiden Vorsitzenden sind sich sofort einig, dass man die Interessen der beiden Vereine bündeln sollte, um die jeweiligen Ziele schneller zu erreichen.

Derweil gibt sich der TCAS-Vorstand große Mühe, ständig mit Berichten in den lokalen Zeitungen präsent zu sein, um weiter im Gespräch zu bleiben.

Am 2. Juli 1985 erscheinen Berichte und Fotos über eine PR-Aktion im Linsengerichter Rathaus: Bürgermeister Hubert Breidenbach überreicht im Beisein der TCAS-Vorstandsmitglieder Heike und Rolf Heggen einen blumengeschmückten Tennisschläger als Willkommenspräsent des Vereins für das 100. TCAS-Mitglied, Heidi Geiger aus Großenhausen.

Und natürlich wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, dass der Bürgermeister von der schnellen Entwicklung des Tennisclubs, der zum Zeitpunkt der Präsentübergabe schon auf 120 Mitglieder weiter gewachsen ist, sehr beeindruckt sei. Der „Sturm“ vieler Familien in die Mitgliederliste des Tennisclubs am Spessart zeige deutlich die Berechtigung der Großenhäuser Tennisinitiative.

Auch viele Niedermittlauer Clubfreunde von Rolf Heggen gehen schon zu diesem frühen Zeitpunkt eine Zweitmitgliedschaft beim TCAS ein.

„Boris Becker wirbt auch für den Tennisclub am Spessart Großenhausen von 1985“

Unter dieser Schlagzeile berichtet am 9. Juli 1985 auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung über den jüngsten Tennisclub in Hessen (und den einzigen ohne eigene Anlage): „Der TC am Spessart kann konkrete Angaben zu der Vermutung machen, dass der Triumph von Boris Becker in Wimbledon den deutschen Tennissport neu beleben wird. Als Becker sich auf Wimbledon vorbereitete, wurde im Linsengerichter Ortsteil Großenhausen gerade ein neuer Tennisverein gegründet. Vorstandsmitglieder benachbarter Clubs zeigten sich sehr skeptisch, ob der Neuling überhaupt lebensfähig sei. Schließlich sei der ganz große Tennisboom vorbei. In vielen Vereinen stagniere die Mitgliederzahl oder sei sogar rückläufig, hieß es. Offensichtlich fürchtete man auch die örtliche Konkurrenz durch einen neuen Club mit modernen Kunstrasenplätzen.

In Großenhausen ließ man sich davon nicht beirren. Als Becker in Wimbledon sein erstes Match gewann, konnte der Vorstand das einhundertste Mitglied begrüßen. Zehn Wochen hatte der Club gebraucht, um von null auf hundert zu kommen. War dieses Starttempo schon sehr beeindruckend, obwohl noch gar nicht feststeht, wo und wann der erste Ball auf der geplanten Allwetter-Anlage geschlagen werden kann, so sorgte das Becker-Fieber in den letzten Tagen noch für eine Steigerung. Nach jeder neuen Erfolgsmeldung aus Wimbledon erhielt der Tennisclub am Spessart auch neue Anmeldungen. Allein in den letzten drei tollen Tagen von Wimbledon waren es noch einmal dreißig, so dass der junge Verein sein Soll von 150 Mitgliedern schon erreicht hat: Boris Becker spielte also auch für den TC am Spessart.“

Erstes Turnier für den TCAS in Biebergemünd

Am 30. Juli 1985 spielen erstmals vier weibliche und sechs männliche Mitglieder des TCAS auf Einladung des TC Grün-Weiß Biebergemünd ein Turnier für den „Club ohne Anlage“. Die erste Turniermannschaft des TCAS schlägt sich bestens. Nach insgesamt 16 Matches im Damen- und Herren-Doppel sowie im Mixed steht es 8:8. Das Ergebnis entspricht der sehr herzlichen familiären Atmosphäre bei diesem ersten Clubwettkampf.

Der Biebergemünder Turnierleiter Horst Bender, ehemaliger Vorstandskollege von Rolf Heggen beim TC Niedermittlau (und später dann auch Mitglied und Mannschaftsspieler im TCAS) überreicht den Gästen eine Erinnerungstafel an dieses „historische Spiel“, verbunden mit dem Wunsch, dass man bald in Großenhausen zum Rückspiel antreten könne. Natürlich wird auch in der Presse über „das erste Turnier für den TC am Spessart“ berichtet.

Erster Antrag auf Gelände für den TCAS

Der TCAS-Vorstand bleibt weiter am Ball, um das hohe Anfangstempo zu nutzen. Am 8. August 1985 wird der offizielle Antrag an den Gemeindevorstand Linsengericht auf „die Bereitstellung von Gelände für die Anlegung von Tennisplätzen“ auf den Weg gebracht. Darin heißt es unter anderem: „Nachdem sich unserem Club schon in den ersten fünf Monaten seines Bestehens mehr als 150 Mitglieder angeschlossen haben, glauben wir, die geforderte Existenzberechtigung nachgewiesen zu haben. Da uns schon viele weitere Anfragen von Interessenten vorliegen, sind wir sicher, bis zum Ende des Jahres die Mitgliederzahl auf 200 erhöhen zu können. Dies bedeutet nach den Richtlinien des Deutschen Tennis-Bunds (35 Mitglieder pro Platz), dass unser Club schon jetzt groß genug ist, um den Bau von vier Plätzen zu rechtfertigen. Zwei weitere Plätze sollten für die künftige Planung angesichts der Mitgliederentwicklung berücksichtigt werden.

Platzbedarf für den TCAS: 5.000 Quadratmeter

Nach den geforderten Maßen für einen Tennisplatz (brutto 18 x 36 Meter) hat unser Club einschließlich des Baus eines kleinen Clubheims für Umkleide, Waschen und Toilette einen Platzbedarf von etwa 5.000 Quadratmeter. Wir bitten also die Gremien der Gemeinde, unserem Verein möglichst bald auch ein entsprechendes Gelände zur Verfügung zu stellen. Da unser Club bis jetzt nur auf fremden Anlagen aktiv sein konnte, und dies natürlich nur in einem sehr beschränkten Ausmaß, andererseits aber viele Bürgerinnen und Bürger in Großenhausen, Lützelhausen, Waldrode, Geislitz und Hof Eich voller Ungeduld den Spielbeginn auf einer eigenen, leicht erreichbaren Anlage erwarten, bitten wir Sie herzlich, im sportlich-berechtigten Interesse einer großen Gruppe, uns in absehbarer Zeit die Möglichkeit zum Aufbau einer modernen Tennisanlage zu geben. Wir sind sicher, dass dies der Freizeit-Infrastruktur der gesamten Gemeinde Linsengericht, möglicherweise auch dem Fremdenverkehr, zugutekommen wird.

Bei dieser Gelegenheit dürfen wir Sie auch über ein Gespräch zwischen den Vertretern des TV Lützelhausen und unseres Tennisclubs informieren, weil dies eventuell bei der Vergabe von Gelände für Tennisplätze eine Rolle spielen könnte. Der TV Lützelhausen hat nämlich die freundliche Bereitschaft erkennen lassen, im Zuge des Aufbaus seines neuen Sportgeländes „Auf dem Berg“ eine Zusammenarbeit mit dem TCAS anzustreben.

Tatsächlich gibt es nordöstlich des jetzt geplanten Sportgeländes einen Streifen Land, der auf geradezu ideale Weise das Sportgelände ergänzen würde. Das Sportgelände würde dann von allen vier Seiten auf natürliche Weise von Feldwegen begrenzt. Außerdem ist der besagte Streifen Land im Flächennutzungsplan bereits als Sportgelände ausgewiesen. Die Größe des Streifens würde ebenfalls gerade ausreichen, zumal der TV Lützelhausen zu kleineren Verschiebungen in seinen bisherigen Bauplänen zugunsten der Tennisanlage bereit wäre.

Gemeinsames Sportgelände mit TVL und TCAS

Auch der Tennisclub am Spessart Großenhauen würde es sehr begrüßen, wenn ein gemeinsames Sportgelände geschaffen werden könnte. Denn dadurch würde die Umwelt nicht zusätzlich durch eine weitere Sportanlage belastet und die gesamten Versorgungseinrichtungen müssten nur einmal vorgenommen werden. Im Interesse aller Beteiligten wäre eine solche Lösung, die kaum über das Maß des jetzt schon genehmigten Sportgeländes hinausgehen würde, sicher die beste aller denkbaren Möglichkeiten.

Da der erwähnte Streifen Land aber nicht im Gemeindebesitz ist, möchten wir jetzt schon vorsorglich die Gemeinde bitten, wegen eines eventuellen Verkaufs oder Geländetauschs mit dem Eigentümer in Verbindung zu treten. Wir sind der Meinung, dass der schmale Streifen Land für den landwirtschaftlichen Nutzen nur von geringem Interesse sein kann. Und wir dürfen Ihnen zum Schluss auch die Bitte des TV Lützelhausen weiterreichen, der um eine rasche Klärung bittet, da er bis zu einer Entscheidung seine Baupläne aufschieben möchte, um eventuell freier für eine gemeinsame Bebauung des Sportgeländes zu sein. Wir bitten ebenfalls um Verständnis für die Dringlichkeit dieses Anliegens, da wir natürlich nicht das Vorhaben des TVL unnütz verzögern möchten.“

Natürlich können die TCAS-Mitglieder nicht über alle offiziellen und vor allem inoffizielle Treffen mit Gemeinde, Behörden, Verbänden und Vereinen ständig informiert werden. Umso wichtiger ist es, allen Mitgliedern , die sich so früh und vertrauensvoll einem bis dahin nur auf dem Papier bestehenden Verein angeschlossen haben, auch erste Ansätze eines Vereinslebens zu präsentieren. „Der TCAS muss Flagge zeigen, auch wenn er noch keinen Fahnenmast hat“, wie es Rolf Heggen auf einer Vorstandssitzung formuliert.

TCAS-Info Nr. 1/85: Sollstärke nach fünf Monaten erreicht

Am 10. August 1985 erscheint die erste offizielle TCAS-Info für alle Mitglieder, in der es unter anderem heißt: „Der Vorstand des TCAS freut sich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir unser erstes großes Ziel schon fünf Monate nach der Gründung erreicht haben: Das 150. Mitglied hat sich angemeldet. Damit hat der TCAS wesentlich schneller als erwartet seine Sollstärke erreicht. Wegen der unverändert großen Nachfrage wollen wir nun noch fünfzig Mitglieder zusätzlich aufnehmen und die Anfangsplanung von drei auf vier Plätze erweitern.

Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, wenn wir Ihnen heute noch keine konkreten Angaben über den Standort unserer Tennisanlage machen können. Wir stehen aber in erfolgversprechenden Verhandlungen mit der Gemeinde und den zuständigen Behörden über ein vorzüglich geeignetes Gelände zwischen den Ortsteilen Großenhausen und Lützelhausen. Bisher sind wir überall auf Wohlwollen und Entgegenkommen gestoßen und möchten unsere weiteren Verhandlungen nicht durch voreilige Veröffentlichungen belasten.

Sicher haben Sie aus der Presse erfahren, dass wir dem 100. Mitglied in Anwesenheit des Bürgermeisters ein kleines Präsent überreicht und vor Kurzem ein erstes Turnier in Biebergemünd bestritten haben. Die Einladung an den Club kam so kurzfristig, dass wir in aller Eile sechs Herren und vier Damen nominieren mussten. Bitte haben Sie auch hierfür Verständnis, dass wir nicht mehr die gesamte Mitgliederschaft informieren konnten.

Sport, Spiel, Spaß zum Kennenlernen in Bad Soden-Salmünster

Heute möchten wir nun alle TCAS-Mitglieder, gleichgültig ob Anfänger oder Fortgeschrittene, zu einem ersten Kennenlernen bei Sport, Spiel, Spaß in den Sportpark 29 in Bad Soden-Salmünster einladen. Am Samstag, dem 17. August 1985, von 14 bis 18 Uhr, und am Sonntag, dem 18. August 1985, von 10 bis 16 Uhr, haben wir jeweils zwei Aschenplätze im Freien gemietet. Bei schlechtem Wetter kann in der Halle gespielt werden. Für Bewirtung sorgt der Sportpark. Bei gutem Wetter wird gegrillt. Der Vorstand würde sich sehr freuen, wenn möglichst viele TCAS-Mitglieder diese erste Möglichkeit zum Kennenlernen nutzen würden. Schön wäre es, wenn Sie sich für die gesamte Dauer der angegebenen Stunden an beiden Tagen Zeit nehmen könnten. Jeder ist uns aber zu jeder Zeit herzlich willkommen.

Nach dem TCAS-Spieltreff in Bad Soden möchten wir dann eine Mannschaft (vier Damen, vier Herren) für das Linsengerichter Turnier vom 23. – 25. August 1985 aufstellen. Unsere Nachbarn vom TC Rot-Weiß Linsengericht haben uns freundlicherweise zu ihrem Turnier, bei dem die besten Spieler aus acht Vereinen unserer Umgebung am Start sind, kurzfristig eingeladen, obwohl unser junger Club natürlich noch nicht die Spielstärke der schon länger bestehenden Vereine haben kann. Wir wollen uns aber trotzdem der sportlichen Herausforderung stellen und uns möglichst achtbar schlagen.

Erste TCAS-Radtour: Alles, was strampeln kann…

Weitere TCAS-Termine möchten wir Ihnen heute auch schon bekannt geben. Am 22. September 1985 wird eine Radtour des Tennisclubs stattfinden, bei der es – wie bei allen unseren Veranstaltungen – sehr familiär zugehen soll. Alles, was strampeln kann, ist herzlich eingeladen, auch Nichtmitglieder. Treffpunkt: 10 Uhr vor dem Sport- und Kulturheim am Sportplatz.

Außerdem möchten wir Sie auf den „Ball der Tennisclubs“ am Samstag, den 19. Oktober 1985, 20 Uhr, in der Stadthalle Gelnhausen hinweisen. Der TCAS ist dazu bereits als Mitveranstalter eingeladen worden. Vielleicht halten Sie sich den Abend frei, um im Kreise des TCAS zusammen mit den Mitgliedern anderer Clubs ein paar unterhaltsame, gesellige Stunden zu verbringen.“

Aufnahme in den Landessportbund Hesssen

Am 2. November 1985 wird in Sport in Hessen, dem offiziellen Organ des Landessportsbunds Hessen (lsbh), unter „Neuaufnahmen“ mitgeteilt: „Im Sportkreis 27 Gelnhausen wird unter der Mitglieds-Nummer 27 188 laut Beschluss des lsbh-Präsidiums folgender Verein aufgenommen: Tennisclub am Spessart Großenhausen von 1985 e.V. – 1. Vors. Rolf Heggen, Im Mühlgarten 6, 6464 Großenhausen. Gegen diesen Beschluss ist kein Rechtsmittel gegeben.“ Damit ist der TCAS auch Mitglied des Deutschen Sportbunds (DSB). Und er kann nun auch die Aufnahme beim Hessischen Tennis-Verband (HTV) beantragen, um Mannschaften für die Verbandsspiele melden zu können.

Dank persönlicher Werbung sowie vieler Aktivitäten und zahlreicher Presseveröffentlichungen hält der Mitgliederzulauf im Gründungsjahr unverändert an. Der TCAS-Vorsitzende hat zahlreiche Besprechungen mit dem Vorstand des TV Lützelhausen (vor allem mit dem Vorsitzenden Walter Desch), der Gemeinde Linsengericht (vor allem mit dem überaus hilfsbereiten Amtsrat Wilhelm Geiger), mit vielen anderen Behörden und mit dem Gelnhäuser Architekturbüro Rack hinter sich.

Erster Bauantrag im November 1985

Am 7. November 1985 wird von der Bauherrengemeinschaft Turnverein Lützelhausen und Tennisclub am Spessart Großenhausen beim Landrat des Main-Kinzig-Kreises der offizielle Bauantrag für das Sportgelände „Auf dem Berge“ eingereicht. Die Fläche beträgt insgesamt 17.454 Quadratmeter. In den Lageplan sind unter anderem sechs Tennisfelder eingezeichnet. Im Erläuterungsbericht des Landschaftsarchitekten Horst Bauer heißt es unter anderem: „Die trapezförmige Fläche liegt auf einem Hochpunkt, dessen höchste Erhebung bei ca. 206,00 m üNN liegt. Von hier fällt sie nach allen Seiten ab, so dass die Eckpunkte zwischen ca. 199,5 (Norden), 203,3 (Osten), 199,5 (Süden) und 204,5 (Westen) liegen. Um das für Sportanlagen erforderliche exakte Erdplanum herstellen zu können, muss ein Bodenausgleich erfolgen. Der abzutragende Oberboden wird gesichert gelagert und wieder verwendet. Es erfolgt keine Bodenabfuhr. Die einzelnen Freianlagen werden terrassiert ausgeführt, um große Bodenbewegungen zu vermeiden.“

TCAS-Info Nr. 2/85: Mehr als 180 Mitglieder

Am 9. November 1985 heißt es in der TCAS-Info Nr. 2/85 unter anderem: „Mit der Entwicklung unseres jungen Clubs können wir weiterhin sehr zufrieden sein. Inzwischen hat der TCAS mehr als 180 Mitglieder und ist damit schon an seiner ersten Aufnahmekapazität angelangt. Vermutlich werden wir von 1986 an eine Warteliste für weitere Neuaufnahmen einführen müssen.

Mit dem Stand der Verhandlungen mit der Gemeinde Linsengericht über das künftige Clubgelände an der Gemarkungsgrenze Lützelhausen/ Großenhausen können wir ebenfalls sehr zufrieden sein. Die Zusammenarbeit mit dem TV Lützelhausen bei der bereits miteinander abgestimmten und gezeichneten Planung eines kleinen Sportzentrums im Flurstück „Auf dem Berg“ läuft ausgezeichnet. Wir sind sicher, dass beide Clubs von der Kooperation profitieren werden und damit auch alle Mitglieder, die ein breites, attraktives Freizeitangebot für Freiluft- und Hallensport zugleich vorfinden werden.

Zum Ende des Gründungsjahrs: 195 Mitglieder

Die ersten sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten mit dem Turnier in Bad Soden-Salmünster, mit Turniereinladungen nach Biebegemünd und Gründau, mit der TCAS-Radtour Rund um Großenhausen (45 Teilnehmer) und mit dem Tennisball in Gelnhausen liegen hinter uns. Die positive Resonanz hat uns ermutigt, alle TCAS-Mitglieder und deren Freunde für Samstag, den 23. November 1985, ab 19 Uhr zum ersten TCAS-Hallenturnier in den Sportpark 29 in Bad Soden-Salmünster einzuladen. Wir haben die gesamte Halle mit drei Plätzen für uns reserviert. Die Einladung gilt für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Und wir wollen auch einen kleinen Wettbewerb durchführen.

Außerdem laden wir alle TCAS-Mitglieder zur ersten ordentlichen TCAS-Jahreshauptversammlung am Dienstag, den 21. Januar 1986, im Sport- und Kulturheim von Großenhausen ein.“

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Neuwahlen des Vorstands, Festlegung der Gebührenordnung durch die Mitgliederversammlung und eine Satzungsänderung, die das Amtsgericht Gelnhausen verlangt, um die Gemeinnützigkeit des Vereins zu sichern. Am Ende seines Gründungsjahrs hat der TCAS 195 Mitglieder und damit deutlich mehr als so mancher bereits lange bestehende Tennisverein in Hessen, wie der Hessische Tennis-Verband (HTV) bestätigt, der den TCAS unter der Mitgliedsnummer 5129 aufgenommen hat. Der TCAS ist der 29. Verein im Tenniskreis 51 innerhalb des Tennisbezirks Offenbach.

Erste Mitgliederversammlung: Alle Weichen gestellt

Über die erste Jahreshauptversammlung des TCAS ist am 25. Januar 1986 in den Kinzigtal-Nachrichten (Frankfurter Neue Presse) unter anderem zu lesen: „Es wurden die Weichen für die weitere Entwicklung des Vereins gestellt. Nachdem Bürgermeister Hubert Breidenbach die Förderungsmöglichkeiten durch Gemeinde, Kreis und Land erläutert und Gemeinde-Amtsrat Wilhelm Geiger auf die bisherigen Aktivitäten hingewiesen hatte, konnte der TCAS-Initiator Rolf Heggen eine sehr positive Zwischenbilanz ziehen.

Wegen der aufgeschlossenen Haltung des Gemeindevorstands und der sehr guten Zusammenarbeit mit dem TV Lützelhausen, der durch sein Vorstandsmitglied Kessler vertreten war, könne die optimistische Prognose gewagt werden, noch in dieser Saison mit dem Spielbetrieb auf dem Sportgelände ,Auf dem Berg‘ zu beginnen. Heggen dankte den Vertretern der Gemeinde und des TV Lützelhausen für die vorbildliche Unterstützung. Bürgermeister Breidenbach überreichte er eine Bronzefigur, einen stilisierten Tennisspieler, der im Rathaus ständig daran erinnern soll, dass fast zweihundert Mitglieder des Tennisclubs am Spessart voller Ungeduld darauf warten, bald den Schläger schwingen zu können.

Die rund 100 Mitglieder, die sich zum ersten Mal im Sport- und Kulturheim von Großenhausen getroffen hatten, zeigten bei den anstehenden Beschlüssen erfreuliche Geschlossenheit. Finanzierungsplan, Kreditrahmen, Anlagegestaltung und Gebührenordnung wurden fast ausnahmslos ohne jede Gegenstimme beschlossen.

Erster Vorstand mit Rolf Heggen, Hans-Ulrich Kloz, Horst Geiger und Heike Heggen bestätigt

Dies galt auch für die ersten kompletten Vorstandswahlen (nach der Wahl des vierköpfigen Vorstands bei der Gründungsversammlung zehn Monate zuvor): Rolf Heggen (Erster Vorsitzender), Hans-Ulrich Kloz (Zweiter Vorsitzender), Horst Geiger (Kassenwart) und Heike Heggen (Schriftführerin) wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Gemäß Satzung wurden die weiteren Vorstandspositionen wie folgt besetzt: Sportwart: Willi Horrix; Jugendwart: Josef Sollich; Anlagenwart: Bernhard Krischke; Vergnügungswart: Bernhard Iffland. Willi Klinge und Albert Mackert lösten Gerd Grieben und Gerhard Schönfelder turnusmäßig als Kassenprüfer ab.

Da alle Beschlüsse und Wahlen schnell und einvernehmlich erfolgten, blieb genügend Zeit für eine angeregte Diskussion über die Vorzüge jener modernen Plätze, die der TCAS als erster Klub in der Umgebung erstellen will. Geplant ist ein mit Quarzsand aufgefüllter Kunstrasen, der die Vorzüge eines Sandplatzes und eines Kunstrasens vereint. Es entfallen die hohen Pflegekosten ebenso wie die Notwendigkeit, die Plätze zu wässern.

Außerdem können die Plätze, die in unmittelbarer Nachbarschaft der geplanten Turnhalle und Freianlagen des TV Lützelhausen entstehen werden, fast das ganze Jahr über genutzt werden. Die Freiluft-Saison wird nach bisherigen Erfahrungen um gut drei Monate verlängert. Das Sprungverhalten des Balls und die Verträglichkeit des Bodens für Gelenke und Muskeln entspricht beim quarzsandverfüllten Kunstrasen den Eigenschaften konventioneller Aschenplätze, so Heggen.

Vor Beginn des Spielbetriebs wird der TCAS-Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um zum Beispiel über die Modalitäten der Platzbelegung zu beschließen. Da vier Plätze erstellt werden sollen, dürfte der TCAS noch in diesem Jahr seine Aufnahmegrenze (250 Mitglieder) erreichen.“

Auch im Gelnhäuser Boten (25. Januar 1986), Gelnhäuser Tageblatt (27. Januar 1986), Main-Kinzig-Kurier (29. Januar 1986) und Linsengerichter Anzeiger (31. Januar 1986) wird unter Schlagzeilen wie „Tennis auch in Großenhausen“, „Alle Weichen gestellt“, „Optimistische Prognosen für das Tennis-Vergnügen“, „Tennisclub zeigt Geschlossenheit“ sehr ausführlich über die erste Jahreshauptversammlung des TCAS berichtet.

Antrag des TCAS für einen ersten Bauabschnitt

Am 24. Februar 1986 schreibt der TCAS in einem erneuten Antrag auf Gelände für die Tennisplätze unter anderem: „Der Tennisclub am Spessart, inzwischen mehr als 200 Mitglieder zählend, möchte möglichst bald den Bauantrag für die geplante Anlage „Auf dem Berg“ in Lützelhausen einreichen. In Abstimmung mit dem TV Lützelhausen sind die entsprechenden Pläne bereits erstellt. Für den ersten Bauabschnitt würde uns das vordere Flurstück (zum Friedhof hin gelegen) genügen. Wir möchten Sie deshalb noch einmal ganz herzlich bitten, mit dem derzeitigen Eigentümer des betreffenden Flurstücks möglichst rasch zu einem Abschluss zu kommen, um dieses Gelände zur Verfügung stellen zu können. Wir dürfen bei dieser Gelegenheit noch einmal auf unser Schreiben vom 8. August 1985 verweisen, mit dem wir erstmals den Antrag auf Bereitstellung von Gelände vorgelegt hatten.“

TCAS bietet Beteiligung an Geländekosten an

Um das Sportgelände „Auf dem Berg“ verwirklichen zu können, muss die Gemeinde Linsengericht zwei Flurstücke mit insgesamt 4.300 Quadratmetern von privaten Eigentümern erwerben. Die Verhandlungen über den Erwerb ziehen sich hin, weil die Gemeinde 7 Mark pro Quadratmeter anbietet, der Eigentümer aber 9 Mark fordert. Um diese weitere Verzögerung zu beenden, bietet Rolf Heggen mit einem Schreiben vom 13. Juni 1986 der Gemeinde an, dass der TCAS die Differenz von 8.608 Mark übernimmt, um den notwendigen Grundstücksankauf endlich unter Dach und Fach zu bringen.

TCAS-Info Nr. 3/86: Bauantrag auf dem Weg durch die Instanzen

Über den Fortgang der Aktivitäten bei der Planung der Tennisanlage heißt es am 14. Juni 1986 in der TCAS-Info Nr. 3/86 unter anderem: „Nach zahlreichen weiteren Gesprächen und Briefwechseln mit den Vertretern des Regierungspräsidiums in Darmstadt, des Main-Kinzig-Kreises in Hanau und der Gemeinde Linsengericht, nach Kontakten mit den unterschiedlichsten Behörden (Träger öffentlicher Belange), nach Abstimmung mit dem Turnverein Lützelhausen, nach Sitzungen mit Architekten und Landschaftsbauern, nach diversen Anhörungen und Absprachen ist der Bauantrag für das Sportgelände ,Auf dem Berg‘ auf dem – wie wir hoffen – schnellstmöglichen Weg durch die Instanzen. Angesichts des guten Willens, auf den wir bisher überall gestoßen sind, vor allem bei Gemeindevorstand, Gemeindevertretung und Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Linsengericht, gehen wir weiter davon aus, dass wir noch in dieser Saison auf den ersten Plätzen unserer Anlage spielen können. Daumendrücken kann dabei natürlich nichts schaden.

Für den Endausbau der TCAS-Anlage haben wir nun sechs Plätze geplant. Die Entwicklung der Mitgliederzahl (jetzt schon mehr als 200) rechtfertigt dies. Die Finanzierung, wie auf unserer Jahreshauptversammlung beschlossen, ist gut abgesichert.

Zur Überbrückung der Wartezeit hat der TCAS über die örtlichen Zeitungen zu einem Tennistreff am Samstag, den 21. Juni 1986, zwischen 14 und 20 Uhr in den Sportpark 29 in Bad Soden-Salmünster eingeladen. Außerdem gibt es einen kleinen sportlichen Erfolg zu vermelden: Beim Kegel-Ortsturnier gewann das Team des TCAS (Karin Geiger, Hiltrud Runte, Willi Horrix, Gerhard Schönfelder) überlegen den Mannschaftspokal vor 34 anderen Teams. Willi Horrix siegte unter 110 Teilnehmern in der Einzelwertung. Jetzt fehlt nur das Clubheim, um die Pokale aufstellen zu können…“

Sechs Sieger beim TCAS-Tennis-Turnier

Über den TCAS-Tennistreff in Bad Soden-Salmünster ist am 26. Juni 1986 im Gelnhäuser Boten zu lesen: „Eigentlich waren alle dreißig Teilnehmer am Turnier des Tennisclubs am Spessart Großenhausen Sieger – von den Anfängern, die unter Anleitung von TCAS-Sportwart Willi Horrix schon in den ersten Stunden erstaunliche Fortschritte zeigten, bis zu den turniererfahrenen Spielern, die sich im wahrsten Sinne des Wortes heiße Kämpfe lieferten.
Da aber der TCAS-Vorsitzende Rolf Heggen und der Sportwart ein halbes Dutzend Preise gestiftet hatten und sportlicher Anreiz einem solchen Turnier die Würze gibt, wurden auch sechs Sieger ausgespielt. Bei den Damen setzten sich Hiltrud Runte und Sammi Schickedanz ebenso knapp durch wie bei den Herren Holk Rainer Gladow, Bernhard Krischke, Eckehard Schleiter und Gerhard Schönfelder.“

Kreisausschuss erteilt erste Baugenehmigung

Am 8. Juli 1986 erteilt der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises der Bauherrengemeinschaft TV Lützelhausen / TC am Spessart Großenhausen die Genehmigung für die geplanten Baumaßnahmen. Am 6. August 1986 verweist der TCAS-Vorstand in einem Schreiben an die Gemeinde auf diesen Bescheid: „Unabhängig von der noch ausstehenden Entscheidung über den Bau der Turnhalle könnte der Tennisclub mit dem Bau seiner Tennisplätze beginnen, um seinen mehr als 200 Mitgliedern möglichst bald die Gelegenheit zur sportlichen Betätigung zu geben. Die Nivellierungspläne für das gesamte Sportgelände liegen bereits vor, ebenso die Pläne für die Außenanlagen. Die Anhörung der Träger öffentlicher Belange ist abgeschlossen; Bedenken speziell gegen die Tennisanlage liegen nicht vor.

Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden, bittet der TCAS den Gemeindevorstand, die Vergabe der vorbereitenden Arbeiten gemäß Nivellierungs- und Landschaftsplan auf die Tagesordnung der nächsten Gemeindevertreterversammlung am 26. August 1986 zu setzen. Diese Arbeiten, für die eine Kostenberechnung durch den Landschaftsarchitekten Horst Bauer bereits vorliegt, können unbeschadet der noch ausstehenden Entscheidung über den Turnhallenbau ausgeführt werden. Danach könnte der TCAS seine ersten drei Plätze, für die er die Gemeinde um den üblichen Zuschuss von 10 Prozent bittet, anlegen. Die Gesamtkosten für den ersten Abschnitt der Tennisanlage belaufen sich auf rund 180.000 DM. Die Finanzierung über den Club ist gesichert. Bitte helfen Sie uns, unser – wie wir meinen – berechtigtes Anliegen bald in die Tat umsetzen zu können.“

TCAS-Info 4/86: Radtour und Besichtigung des Geländes

In der TCAS-Info 4/86 vom 6. August 1986 wird zur zweiten TCAS-Radtour am Sonntag, 17. August 1986, eingeladen. Die Strecke führt über 30 Kilometer mit Mittagessen in den Dörsthöfen bei Niedersteinbach. Außerdem wird das Gelände der künftigen TCAS-Anlage besichtigt. Im Mittelpunkt der Mitglieder-Info (an jetzt 210 Mitglieder) steht die Aussage: „Für die ersten drei geplanten Tennisplätze haben wir nun von der Behörde in Gelnhausen die erste Baugenehmigung erhalten. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des Regierungspräsidiums, woran aber nach den Vorgesprächen nicht mehr zu zweifeln ist. Zusammen mit dem TV Lützelhausen bemühen wir uns auch weiterhin energisch um den Bau der Turnhalle, in die unsere Umkleide- und Waschräume integriert sein werden. Hier müssen noch die Gemeindegremien die Pläne verabschieden. Da aber alle Fraktionen die Pläne grundsätzlich befürworten und fördern, ist das nur noch eine Frage der Zeit. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es zu einer raschen Entscheidung kommt.“

Warteliste beim TC am Spessart

Am 22. August 1986 ist im Linsengerichter Anzeiger zu lesen: „Nach mehr als 200 Anmeldungen im ersten Jahr seines Bestehens hat der Tennisclub am Spessart Großenhausen derzeit seine Aufnahmegrenze erreicht. Um allen Mitgliedern auf den ersten drei Plätzen, mit deren Bau bald begonnen werden soll, ausreichend Spielgelegenheit geben zu können, hat sich der Vorstand des TCAS entschlossen, vom 1. September 1986 an eine Warteliste einzuführen. Erst bei Austritt eines Mitglieds können Neuaufnahmen erfolgen. Anmeldungen zur Aufnahme in die Warteliste werden jederzeit angenommen. Die Reihenfolge der Anmeldungen entscheidet über das Nachrücken in die Mitgliederliste.

Im sportlichen Bereich konnte der TC am Spessart einen weiteren schönen Erfolg verbuchen. Beim Vorstandsturnier des Hessischen Tennis-Verbands in Offenbach, an dem vierzig Clubs aus ganz Hessen teilnahmen, erreichten Rolf Heggen und Willi Horrix die Endrunde der zehn besten Doppel und waren damit das bestplatzierte Team aus dem Main-Kinzig-Kreis.

Ein schönes Erlebnis war auch die TCAS-Radtour nach Bayern. Mehr als fünfzig Teilnehmer bildeten eine gewaltige Zweirad-Karawane. Zum Abschluss gab es noch eine spontane Einladung von Susi und Wolfram Seidel zu Kaffee und Kuchen sowie Bier und Steaks. Die nächste Tour kommt bestimmt…“

Antrag auf Teilbaugenehmigung im August 1986

Wegen der Verzögerungen bei den Genehmigungsverfahren des kompletten Bauantrags, der am 9. April 1986 in neuer Fassung eingereicht worden war, beantragt der TCAS am 30. August 1986 eine Teilbaugenehmigung. In dem Schreiben an den Gemeindevorstand Linsengericht heißt es unter anderem: „Da sich die Planung für die Turnhalle doch noch länger hinzieht, möchten die beiden Vereine nun vorab eine Teil-Genehmigung für die in den Plänen ausgewiesenen Außenanlagen erreichen. Es kommt ihnen darauf an, möglichst noch in diesem Herbst mit dem Schieben des Geländes und mit der Erstellung von zunächst drei Tennisplätzen im Flurstück 86 beginnen zu können.“

Einen Monat später, am 30. September 1986, kommt die Antwort von Bürgermeister Breidenbach, die ein schönes Beispiel für viel guten Willen, aber auch für die Kunst der Formulierung in deutschen Amtsstuben und für den langen kurvenreichen Weg durch die Instanzen ist. Es heißt dort unter anderem: „Das Einverständnis der Gemeinde, welches Voraussetzung dafür ist, dass die bauaufsichtsbehördliche Genehmigung erteilt werden kann, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben werden. Bekanntlich wurde in der letzten Gemeindevertretersitzung beschlossen, dass der Gemeindevorstand sich mit der Auftragsvergabe für die Planfertigung der gesamten Sportanlagen befassen muss. Das Protokoll dieser Gemeindevertretersitzung lag dem Gemeindevorstand jedoch noch nicht vor.

Neue Bedenken im Regierungspräsidium: Wir bedauern sehr…

Bevor der Teilbaugenehmigung von Seiten der Gemeinde zugestimmt werden kann, muss erst das Gespräch mit dem Architekten erfolgen. Damit sollte sichergestellt werden, dass es durch vorweggenommene Erdarbeiten nicht zu Überschneidungen mit den Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung der Turnhalle kommt.

Zusätzlich wollen wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass gerade unmittelbar vor Beginn des Diktats dieses Schreibens eine Mitteilung des Regierungspräsidenten in Darmstadt eingegangen ist, in welcher dieser Bedenken gegen die Ausweitung des infrage stehenden Sportgeländes angemeldet hat.

Wir bedauern sehr, dass wir Sie nochmals bitten müssen, sich weiterhin noch etwas zu gedulden. Wir hoffen jedoch, dass die Angelegenheit von uns zügig vorangebracht werden kann.“

TCAS-Info 5/86: Erste Clubmeisterschaft des TCAS

Am 9. September 1986 erscheint die fünfte Club-Information mit der Einladung zur ersten Clubmeisterschaft des TCAS am 27./28. September 1986 im Sportpark 29 von Bad Soden-Salmünster, wo der Club eine Art sportliches Asyl gefunden hat: „Wir laden ein zu einem weiteren internen Clubturnier, bei dem es in allen Konkurrenzen erstmals um die Clubmeisterschaft geht. Aber keine Angst: Auch hierbei soll es auf keinen Fall ‚tierisch ernst‘ werden. Wir wollen nur ein paar Pokale und – sehr schöne – Preise, die wir von den Sponsoren des Lancia-Club-Cups erhalten, unter die Leute bringen. Die Pokale winken den Siegern. Die Preise werden wir unter allen bei der Siegerehrung anwesenden Turnier-Teilnehmern verlosen. Jeder hat da dieselben Chancen. Wer in der ersten Runde verliert, braucht ebenfalls nicht traurig zu sein, er spielt dann in der Trostrunde.“

Erika Hofacker und Rolf Heggen die ersten Clubmeister

In den lokalen Medien (Kinzigtal-Nachrichten, Gelnhäuser Tageblatt, Main-Kinzig-Kurier, Gelnhäuser Bote) wird am 7. Oktober 1986 über die ersten Clubmeisterschaften berichtet: „ Mit einem zweitägigen Turnier in Bad Soden-Salmünster ermittelte der Tennisclub am Spessart Großenhausen von 1985 seine ersten Clubmeister. In den beiden Einzelkonkurrenzen wurden die an Nr. 1 Gesetzten ihrer Favoritenrolle gerecht: Erika Hofacker setzte sich im Damen-Finale gegen Heidi Schleiter durch und Rolf Heggen, der Vorsitzende des TCAS, siegte bei den Herren.

Pechvogel des Turniers war Bernd Riedel, der sich bereits in der ersten Runde bei seinem schwer erkämpften Sieg über Josef Sollich eine Handverletzung zuzog. Trotz dieses Handicaps erreichte er aber noch das Halbfinale, das er gegen Gerhard Schönfelder gewann. Doch zum Endspiel konnte er dann nicht mehr antreten. So wurde Rolf Heggen kampflos Sieger des Finales, nachdem er im Halbfinale sicher gegen Bernhard Krischke gewonnen hatte. Einen harten Kampf musste Heggen im Viertelfinale gegen Jürgen Schmidt bestehen, der sich erst nach langem Widerstand geschlagen gab. In der Trostrunde setzte sich der Sportwart des TCAS, Josef Sollich, durch. Er gewann das ,kleine Finale‘ gegen Holk Rainer Gladow.

Bei den Damen wurden Irmhild Zeber und Sammi Schickedanz gemeinsam Dritte. In der Trostrunde siegte Kirsten Sollich vor Sabine Kloz.

Viel Spannung, aber auch ebenso viel Spaß gab es in den Doppel-Konkurrenzen. Denn die Turnierleitung (Rolf Heggen und Josef Sollich) hatte für eine gute Mischung des Teilnehmerfelds gesorgt. So spielte immer ein stärkerer mit einem schwächeren Spieler zusammen. Das Ergebnis waren lange, ausgeglichene Kämpfe, in denen die Entscheidung oft genug auf des Messers Schneide stand. Mehrfach entschied erst ein Tiebreak. Im Damen-Doppel waren am Ende Sammi Schickedanz und Irmhild Zeber knappe Siegerinnen vor Erika Hofacker und Sabine Kloz sowie Heidi Schleiter und Kirsten Sollich. Im Herren-Doppel setzte sich das ausgeglichenste Team mit Heinz Pahlich und Josef Sollich durch. Zweite wurden Hans-Ulrich Kloz/Jürgen Schmidt vor Rolf Heggen/Peter Koch. Die Trostrunde des Herren-Doppels gewannen Gerhard Schickedanz/Gerhard Schönfelder vor Martin Car/Bernhard Krischke. Weil Bernd Riedel zum Doppel nicht antreten konnte, musste sich sein Partner Bernhard Iffland, der Vergnügungswart des TCAS, ganz dem Vergnügen am Rande hingeben.

Alle Clubmeister des TCAS erhielten zur Erinnerung an ihre Erfolge Pokale, alle Platzierten zusätzlich Urkunden, die von August Iffland in kunstvoller Manier geschrieben worden waren. Da die erste Clubmeisterschaft des TCAS zum bundesweiten Lancia-Club-Cup zählte, wurden viele wertvolle Preise unter den Turnier-Teilnehmern ausgelost. Vom Computer bis zur Tennistasche reichte die Skala. Die Turnierleitung hatte zudem dafür gesorgt, dass kein Teilnehmer ohne Preis nach Hause fuhr. Die Clubmeisterin Erika Hofacker hat nun noch die Chance, einen Lancia Delta Turbo im Wert von 30.000 Mark zu gewinnen.

TCAS-Clubmeister Rolf Heggen qualifizierte sich mit seinem Turniersieg für die Zwischenrunde um den Lancia-Club-Cup. Dabei traf er in Gießen auf den einige Klassen höher spielenden Clubmeister von Eintracht Frankfurt, Christian Dungs. Nach einer sehr guten Leistung musste sich Heggen nach 75 Minuten mit 3:6 und 2:6 geschlagen geben.

Das Mixed-Turnier um die TCAS-Clubmeisterschaft konnte aus Zeitgründen nicht mehr an diesem Wochenende ausgetragen werden. Es wird am 25. Oktober 1986 in Bad Soden-Salmünster nachgeholt.“

Viele Ehepaare bei der Mixed-Meisterschaft

Über die erste Clubmeisterschaft im Mixed berichten die örtlichen Medien am 30. Oktober 1986: „Mit einem Mixed-Turnier schloss der Tennisclub am Spessart Großenhausen die Clubmeisterschaften 1986 ab. Im Sportpark von Bad Soden-Salmünster wurde bis in die späten Abendstunden mit großem Einsatz gekämpft, um auch im Gemischten Doppel die ersten Clubmeister zu ermitteln. Dabei setzten sich erwartungsgemäß die Titelträger in den Einzelkonkurrenzen, Erika Hofacker und Rolf Heggen, durch. Das erfahrene Mixed, das schon auf vielen Turnieren für den TC Niedermittlau recht erfolgreich gespielt hat, schlug im Finale Andrea Schicktanz und Jürgen Schmidt mit 6:0 und 6:3. Im Spiel um den dritten Platz gewannen Kirsten und Josef Sollich mit 6:2, 6:1 gegen Hanni und Eddi Grabenkamp.

Auch in der Trostrunde der Mixed-Meisterschaft waren Ehepaare unter sich. Und es zeigte sich, entgegen vieler Meinungen, dass sich angetraute Paare durchaus auch auf dem Tennisplatz vertragen können. Sieger der Trostrunde wurden Karin und Horst Geiger durch ein 6:2, 6:3 im „kleinen Finale“ gegen Sabine und Hans-Ulrich Kloz. Besonders hart umkämpft war das Spiel um den siebten Platz zwischen Heidi und Gerhard Geiger sowie Eva und Bernhard Iffland. Bei 1:1 im dritten Satz musste die Partie schließlich mit einem Remis beendet werden, weil die Zeit in der Halle schon weit überschritten war und die anderen Teilnehmer auf die Siegerehrung warteten. So kamen beide Paare auf den siebten Rang, was dem harmonischen Verlauf des gesamten Turniers auch gut entsprach.“

Mit zwei Mark ist der TCAS dabei…

Am 3. November 1986 schreibt Bürgermeister Breidenbach an den TCAS-Vorsitzenden: „Wir kommen heute zurück auf die im Zusammenhang mit der Geländebeschaffung geführten Gespräche. Nach langwierigen Verhandlungen konnten nun die Verträge zur Übertragung der Eigentumsrechte auf die Gemeinde für die Flurstücke 86 und 87 notariell beurkundet werden. Dem Beschluss der Gemeindevertretung auf Erwerb vorgenannter Grundstücksflächen zum Quadratmeterpreis von 9 DM liegt die Zusage Ihres Vereins vor, dass er sich mit 2 DM/qm an den Grunderwerbskosten beteiligt. Den Betrag von 8.608 DM überweisen Sie bitte auf eines der Konten der Gemeindekasse.“

Auf eine Anfrage des Kreisbauamts reicht der TCAS am 6. November 1986 die Unterlagen über die Statik und das Fundament der geplanten Flutlichtanlage für drei Tennisplätze gemäß Bauantrag ein.

TCAS wieder beim Ball der Tennisclubs

Beim Jahresabschlussball der Tennisclubs aus dem Altkreis Gelnhausen am 15. November 1986 in der Stadthalle Gelnhausen ist der Tennisclub am Spessart Großenhausen wieder mit sehr vielen Mitgliedern vertreten.

„Tiebreak total“ für Spieler aus vier Vereinen

Am 29. November 1986 lädt der TCAS-Vorsitzende Rolf Heggen zum zweiten Mal fünfzehn Turnierspieler aus vier Vereinen zu einem Wettbewerb ganz besonderer Art in den Sportpark Bad Soden-Salmünster ein. Wie schon im Vorjahr werden wieder nur Tiebreaks gespielt. Nach der Regel „Best of Five“ muss ein Spieler drei Tiebreaks für sich entscheiden, um das Match zu gewinnen. Zwar ist es eher eine private Veranstaltung von Rolf Heggen, aber natürlich wird die Gelegenheit genutzt, auch mit diesem einzigartigen Turnier kräftig für den TC am Spessart zu werben.

So berichtet am 5. Dezember 1986 unter anderem das Gelnhäuser Tageblatt über die „Veranstaltung des TCAS Großenhausen“: „Tiebreak total bedeutet aber noch lange nicht, dass jede Entscheidung in wenigen Minuten fällt. Drei Tiebreaks wollen erst einmal gewonnen sein. So lieferten sich zum Beispiel Peter Zimmermann, der für den TC am Spessart spielende Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Tennislehrer, und Klaus Krockow vom TC Grün-Weiß Biebergemünd gleich in der ersten Runde trotz des Sprint-Charakters dieses Turniers einen Marathon-Kampf. Es dauerte nämlich fast eine Stunde bis Zimmermann mit 11:9, 8:10, 10:8, 10:12, 9:7 gewonnen hatte. Zur großen Erleichterung der Turnierleitung gab es aber auch kürzere Kämpfe, trotz der Ausgeglichenheit des Feldes. Das letzte der insgesamt 45 Spiele dieses Turniers, das um 19 Uhr auf den drei Plätzen begonnen hatte, endete gegen 1 Uhr.

Trotz aller Anspannung, die beim ständigen Wechsel von Satz- und Matchbällen gar nicht zu vermeiden ist, wurde fair und freundschaftlich gekämpft. Und dazu passte es wunderbar, dass am Ende drei Spieler sieg- und punktgleich gemeinsam auf den ersten Rang kamen: Fred Zeber vom TC Freigericht sowie Peter Zimmermann und Rolf Heggen vom TC am Spessart Großenhausen.
Die Plätze vier bis fünfzehn belegten: Klaus Klockow (Biebergemünd), Rainer Herbert (Niedermittlau), Alex Vonrhein (Freigericht), Gerhard Wegner (Niedermittlau), Wilfried Gellrich (Biebergemünd), Gerd Reußwig (Niedermittlau), Hermann Weigand (Freigericht), Horst Bender (Biebergemünd), Bernd Riedel (Großenhausen), Josef Sollich (Großenhausen) und Edmund Weitzel (Niedermittlau).“

Mitgliederversammlung 1987: Gemeinde macht Hoffnung

Über die zweite Jahreshauptversammlung des TCAS am Freitag, den 27. März 1987, im Sport- und Kulturheim Großenhausen ist im Main-Kinzig-Kurier unter anderem zu lesen:

„Auf der Mitgliederversammlung des vor zwei Jahren gegründeten Tennisclubs am Spessart Großenhausen hat Amtsrat Wilhelm Geiger den TCAS-Mitgliedern den beschwerlichen Weg von der Planung bis zur Fertigstellung einer Sportanlage erläutert. Der Vertreter der Gemeindeverwaltung Linsengericht versicherte der Versammlung, dass die Gemeindegremien inzwischen alle Voraussetzungen geschaffen hätten, dass noch in dieser Saison die Tennisanlage eingeweiht werden könne. Allerdings hänge dies nicht zuletzt vom Regierungspräsidium in Darmstadt ab, wo in diversen Dezernaten über den Bau der Turnhalle, der Sportanlagen des TV Lützelhausen und der Tennisanlage des Tennisclubs am Spessart Großenhausen in den letzten Einzelheiten entschieden werde.

Der TCAS-Vorsitzende Rolf Heggen bedankte sich im Namen der mehr als 200 Mitglieder bei Wilhelm Geiger und den Verantwortlichen der Gemeinde für die bisherige vorbildliche Zusammenarbeit. Wörtlich meinte Heggen: ,Wenn sich alle Behörden mit so viel Engagement für die Belange der Bürger einsetzen würden, dann wären wir schon sehr viel weiter‘.

Amtsrat Geiger merkte dazu an, dass der Vorstand des TCAS ebenfalls mit großem Einsatz und viel Ausdauer um seine berechtigten Forderungen kämpfe. Leider sei eine Baugenehmigung für neue Sportanlagen im Grünbereich in letzter Zeit aus vielen Gründen zu einem ungewöhnlich komplizierten und komplexen Verwaltungsvorgang geworden. Geiger bat deshalb alle Mitglieder, die darauf brennen, endlich im TC am Spessart Tennis spielen zu können, noch um etwas Geduld. Lange könne es nun wirklich nicht mehr dauern.

Die Mitgliederversammlung bestätigte den Beschluss der Jahreshauptversammlung von 1986, mit dem Bau von drei Tennisplätzen zu beginnen. Als einzige Wahl stand die Berufung eines Ehrenrats an. August Iffland wurde mit den Stimmen aller anwesenden Mitglieder in dieses Amt gewählt.“

TCAS-Info 6/87: Thema Verzögerung – komplex und kompliziert

Am 29. Mai 1987 heißt es in der TCAS-Info 6/87 unter anderem: „Man weiß vorher nie genau, wie lange ein Tennis-Match dauert. Beim Bau von Tennis-Anlagen ist das leider nicht anders. Obwohl sich die Gemeinde Linsengericht alle Mühe gibt, dauert das Genehmigungsverfahren nun schon länger als wir alle geglaubt haben. Amtsrat Geiger hat die Gründe für diese Verzögerung auf unserer Mitgliederversammlung genannt.

Das Thema ist so komplex und kompliziert, dass ich viele Seiten beschreiben müsste, um alles zu verdeutlichen. Diese Lektüre will ich Ihnen ersparen. Sie dürfen aber sicher sein, dass wir alles tun, um so schnell wie möglich die Anlage erstellen zu können. Wir meinen, dass der entscheidende Matchball kurz bevorsteht. Bürgermeister Breidenbach sagte vor einigen Tagen offiziell, dass die Bauarbeiten in etwa sechs Wochen beginnen könnten. Dies würde reichen, um noch in dieser Saison die Plätze zu eröffnen.

Derweil laden wir zu zwei weiteren Veranstaltungen ein: Dritte TCAS-Radtour am 14. Juni 1987 und TCAS-Tennistreff am 27. Juni 1987 in Bad Soden-Salmünster.“

Erstes TCAS-Team: Vier Siege in fünf Spielen

Um zu zeigen, dass der TCAS nicht nur auf dem Papier besteht, sondern auch schon ein sportlich lebendiger Club ist, wird für die Saison 1987 erstmals auch eine Mannschaft für die sogenannte Medenrunde des Hessischen Tennis-Verbands (HTV) gemeldet. Über den Saisonverlauf ist am 1. August 1987 in den Kinzigtal-Nachrichten zu lesen: „Das Jungsenioren-Team (ab 35 Jahre) des TCAS konnte auf Anhieb Vizemeister seiner Klasse werden. Vier Siege in fünf Spielen zeigen, dass in Großenhausen schon recht gute Spieler gemeldet sind, obwohl die eigene Anlage immer noch auf sich warten lässt. Deshalb mussten alle Spiele auswärts ausgetragen werden.

Ihr erstes Medenspiel überhaupt gewann die TCAS-Mannschaft mit Rolf Heggen, Peter Zimmermann, Bernd Riedel, Gerhard Schönfelder, Heinz Pahlich, Josef Sollich und Bernhard Krischke beim Nachbarn TC Meerholz II mit 6:3. Auch beim TC Niedermittlau, wo vier Großenhäuser früher spielten, siegte der TCAS sicher mit demselben Ergebnis. Die Entscheidung über die Meisterschaft fiel schon im dritten Spiel beim TV Blau-Weiß Schlüchtern, als der TCAS dem neuen Meister nach packendem Kampf knapp mit 4:5 unterlag. Sehr spannend verlief auch die Begegnung in Büdingen, wo der TCAS ebenso knapp mit 5:4 gewann. Im letzten Spiel in Bad Soden-Salmünster siegte Großenhausen hoch mit 9:0 gegen den RTC Ronneburg II.

Die Einzel-Ergebnisse des TCAS-Teams zeigen, dass der Großenhäuser Tennisclub einen sehr sportlichen Vorstand hat. Denn als einzige Spieler konnten Vorsitzender Rolf Heggen, Nr. 1 der Mannschaft, und Sportwart Josef Sollich, an Nr. 6 eingestuft, alle fünf Einzel ohne jeden Satzverlust gewinnen. Auch im Doppel waren sie nicht zu schlagen. Jeweils vier Einzelsiege errangen Peter Zimmermann und Bernd Riedel.

Nach dem zweiten Rang unter sechs Mannschaften erwartet der Tennisclub am Spessart nun mit Zuversicht die nächste Saison, zumal die Heimspiele dann auch endlich auf der eigenen Anlage ausgetragen werden können. Nach Auskunft der Gemeinde Linsengericht ist mit dem Beginn der Bauarbeiten für die Turnhalle und Tennisplätze in wenigen Wochen zu rechnen.“

TCAS auf dem fünften Rang unter fünfzig Vereinen

Beim 6. Vorstandsturnier des Hessischen Tennis-Verbands am 3. September 1987 in Offenbach auf den Anlagen des TC Rosenhöhe, des TC Waldschwimmbad und des Landesleistungszentrums ist der TCAS durch Rolf Heggen und Josef Sollich vertreten. 100 Teilnehmer aus 50 Vereinen spielen auf 22 Plätzen. Und am Ende belegt das TCAS-Team unter den 50 Doppeln einen nie erwarteten fünften Platz.

TCAS-Info Nr. 7/87: Nochmals Geduld und Vertrauen gefragt

Am 16. Oktober 1987 erscheint die siebte TCAS-Info: „Das Marathon-Match mit Behörden, Ämtern und Verbänden dauert leider immer noch an. Wir können Sie nur noch einmal – und nun hoffentlich zum letzten Mal – um Geduld und Vertrauen bitten. Es liegt wirklich nicht an uns (oder dem ebenfalls betroffenen TV Lützelhausen), dass der erste Spatenstich für die gemeinsame Sportanlage immer noch auf sich warten lässt. Im Gegenteil. Manche Behörden sind der Meinung, dass wir zu sehr drängeln. Bei den heute vorgeschriebenen und ungeheuer aufwändigen Anhörungs- und Genehmigungsverfahren durch die zahlreichen Träger öffentlicher Belange wird in ganz anderen Zeitspannen gedacht als wir es gerne sähen. Wie auch immer: Wir gehen mit gutem Grund davon aus, dass wir im Frühjahr 1988 endlich auf der eigenen Anlage spielen können. Bitte verlieren Sie bei unserem Endspurt nicht die Geduld! Wir versprechen Ihnen: Das Warten auf die modernste und funktional beste Tennisanlage weit und breit wird sich lohnen. Und im jetzt anstehenden Winterhalbjahr verpassen wir ja ohnehin nicht viel. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie aber unsere diesjährigen Clubmeisterschaften, die am 21. November 1987 und 28. November 1987 stattfinden werden.“

Lange Abende beim TC am Spessart Großenhausen

Über die zweiten Clubmeisterschaften des TCAS ist am 9. Dezember 1987 im Main-Kinzig-Kurier zu lesen: „ Großer Andrang herrschte bei den zweiten Vereinsmeisterschaften des Tennisclubs am Spessart Großenhausen. Mit insgesamt 36 Teilnehmern waren die Turnierabende im Sportpark 29 in Bad Soden-Salmünster wesentlich besser besucht, als TCAS-Sportwart Josef Sollich hatte erwarten können. Dennoch gelang es dank guter Organisation und vorbildlicher Disziplin aller Teilnehmer, die kompakte Clubmeisterschaft an zwei Abenden in drei der fünf Disziplinen komplett durchzuspielen. Allerdings war Mitternacht schon lange vorbei, als die Finalisten um Titel und Pokale spielten.

Im Damen-Einzel konnte die Favoritin Erika Hofacker die im Vorjahr gewonnene Meisterschaft zwar erfolgreich verteidigen, doch musste sie nun schon erheblich mehr für diesen Sieg tun. Die Konkurrenz in dem noch jungen Tennisclub ist nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ stärker geworden. Hinter Erika Hofacker kam Ulrike Viernickel auf den zweiten Rang vor Heidi Schleiter. Die Trostrunde gewann Karin Geiger. Neue Clubmeisterinnen gab es im Damen-Doppel. Hier setzten sich Hanni Grabenkamp/Ulrike Viernickel durch. Zweite wurden Eva Iffland/Heidi Schleiter vor Karin Geiger/Ingrid Hölscher und Marlies Koch/Andrea Schicktanz.

Für das Mixed hatten zwölf Paare gemeldet. Hier gab es viele lange spannende Spiele, bei denen auch der Spaß nicht zu kurz kam. Es war schon zwei Uhr morgens, als sich schließlich Erika Hofacker/Rolf Heggen und Heidi Schleiter/Jürgen Schmidt im Finale gegenüberstanden. Hofacker/Heggen konnten ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Kirsten und Josef Sollich kamen auf den dritten Rang. In der Trostrunde setzten sich Hanni und Eddi Grabenkamp durch.

Besonders starke Leistungen wurden im Herren-Doppel geboten. Hier gab es viele mitreißende Begegnungen. Da man den Finalisten nicht mehr drei Uhr morgens als Endspielzeit zumuten wollte, wurde das Finale dann am 5. Dezember 1987 im Sportpark ausgetragen. Bernd Riedel/Peter Zimmermann gewannen das Endspiel nach fast zweistündiger Spielzeit mit 6:4, 6:7, 6:1 gegen Rolf Heggen/Josef Sollich. Gemeinsam auf den dritten Rang kamen Jürgen Schmidt/Gerhard Schönfelder und Eddi Grabenkamp/Dieter Viernickel. Die Trostrunde gewannen Uli Kloz/Hermann Ufer.

Im Herren-Einzel wurde aus Zeitgründen zunächst nur bis zum Halbfinale gespielt, für das sich Titelverteidiger Rolf Heggen, Jürgen Schmidt, Josef Sollich und Peter Zimmermann qualifizierten. Zwei Wochen später schaltete Peter Zimmermann Vorjahrsmeister Rolf Heggen aus und Jürgen Schmidt setzte sich in drei Sätzen gegen Josef Sollich durch. Das Finale gegen Schmidt entschied Zimmermann mit 7:5, 6:4 für sich. Heggen und Sollich kamen gemeinsam auf den dritten Rang. Die Trostrunde gewann Dieter Viernickel.“

„3. Tiebreak total“

Das Gelnhäuser Tageblatt berichtet am 4. Februar 1988: „Tennisspieler aus sieben Vereinen beteiligten sich am 3. Tiebreak-Turnier, zu dem wieder Rolf Heggen, Vorsitzender des Tennisclubs am Spessart Großenhausen, am 23. Januar 1988 in den Sportpark 29 in Bad Soden-Salmünster eingeladen hatte. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren überstand kein Spieler ungeschlagen das Turnier. Zwar hatten Axel Vonrhein und Fred Zeber (beide vom TC Freigericht) und Rolf Heggen in den Vorrunden alle Spiele gewonnen, doch in der Finalrunde blieb keiner mehr ungeschoren. Vonrhein schlug Heggen, Zeber besiegte Vonrhein und im letzten Turnierspiel setzte sich Heggen gegen Zeber durch. Damit hätten eigentlich auch wieder – wie schon im Vorjahr – drei erste Plätze vergeben werden können, doch da es diesmal um eine Siegestrophäe, den ,Goldenen Tiebreaker‘ ging, entschied bei Sieggleichheit das bessere Punktverhältnis knapp für Axel Vonrhein, den Spitzenspieler des TC Freigericht, vor Rolf Heggen und Fred Zeber. Auf die folgenden Plätze kamen Willi Horrix (TC Niedermittlau), Roland Häcker (Freigericht), Jürgen Schmidt, Josef Sollich (beide Großenhausen), Gerhard Wegner und Edmund Weitzel (beide Niedermittlau). Für Peter Zimmermann (Großenhausen), der im Vorjahr das Turnier gemeinsam mit Heggen und Zeber auf Rang 1 beendet hatte, blieb diesmal nur der zwölfte Platz, was für die Ausgeglichenheit des
Teilnehmerfelds spricht.“

Familiensieg beim Schleifchenturnier

Zum Abschluss der Hallensaison 87/88 lädt der TCAS seine Mitglieder zu einem weiteren Tennistreff am 5. März 1988 in den Sportpark 29 ein. Nach dem fünfstündigen Schleifchen-Turnier auf allen drei Hallenplätzen findet eine kleine Clubfeier mit der Ehrung der Sieger und Platzierten bei den zweiten Vereinsmeisterschaften statt. In der Neuen Gelnhäuser Zeitung ist am 8. März 1988 unter der Überschrift „Familiensieg beim TCAS Großenhausen“ zu lesen: „Ein ausgeglichenes Teilnehmerfeld trat beim Schleifchenturnier des Tennisclubs am Spessart Großenhausen an. Bis weit nach Mitternacht waren die 25 Spielerinnen und Spieler mit großer Begeisterung zu Gange. Die vereinsinterne Veranstaltung wurde zu einem Triumph der Familie Grabenkamp, die bei den Damen, Herren und bei der Jugend vorne lag. Eddi Grabenkamp siegte in der Herrenkonkurrenz mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Willi Günther und Bernhard Iffland, während seine Frau Hanni sich vor Sabine Kloz und Babs Günther schob. Mit dem Gewinn der Jugendwertung vervollständigte Knut Grabenkamp den Siegeszug seiner tennisbegeisterten Familie.“

„Wann können wir endlich auf unseren eigenen Plätzen spielen?“

Für den 7. März 1988 lädt der TCAS seine Mitglieder zur dritten Jahreshauptversammlung in das Sport- und Kulturheim von Großenhausen ein. Der TCAS-Vorstand weist in der Einladung darauf hin, dass an diesem Montagabend die günstigste Gelegenheit ist, sich aus erster Hand aktuell über den Bau der TCAS-Anlage zu informieren. Bürgermeister Theo Ratzka habe seine Teilnahme zugesagt, um sich den Fragen der Mitglieder zu stellen.

Am 9. März 1988 berichtet das Gelnhäuser Tageblatt über diese Mitgliederversammlung: „Wenn sich der seit drei Jahren bestehende Tennisclub am Spessart Großenhausen zu seiner Jahreshauptversammlung trifft, stehen alle Themen hinter einer einzigen Frage zurück: Wann können wir endlich auf unseren eigenen Plätzen spielen? Licht in das Dunkel dieser Fragen sollten nun der Linsengerichter Bürgermeister Theo Ratzka und Wilhelm Geiger, der Gemeindeexperte für Bauprojekte, bringen. Rolf Heggen, der Vorsitzende des Tennisclubs, hatte beide zur Jahreshauptversammlung eingeladen.

Wie dringlich für die Großenhäuser das Problem der fehlenden eigenen Plätze ist, ließ sich bereits bei einer Diskussion um die Förderung Jugendlicher erkennen. ,Eine Jugendförderung ohne eine eigene Anlage ist einfach nicht zu leisten‘, sagte einer der Diskussionsteilnehmer, selbst erfahren in der Arbeit mit jugendlichen Tischtennisspielern. So konzentriert sich die ganze Aufmerksamkeit des Vereins auf das Projekt der Gemeinde, oberhalb des Friedhofs in Lützelhausen eine Sportanlage zu errichten – mit Mehrzweckhalle, großem Rasenplatz und Tennisplätzen.

Auf dem langen Marsch durch die Instanzen

Bereits vor einigen Wochen schickte die Gemeinde Linsgericht einen Entwurf des Gelnhäuser Architekturbüros Rack auf den langen Marsch durch die Instanzen. Er scheiterte am Einspruch der Bezirksdirektion für Natur und Forsten in Bad Soden-Salmünster. Bemängelt wurde vor allem die Anordnung der Sportanlage (mit der Halle auf dem höchsten Punkt), die dem exponiert liegenden Standort nicht angemessen sei. Daraufhin ließ die Gemeinde schnurstracks eine Handskizze anfertigen, auf der die Halle weiter nach unten zum Friedhof hin gerückt und das Spielfeld am anderen Ende der Anlage errichtet wird. Amtsrat Geiger ist zuversichtlich, dass die neue Einteilung bei den Behörden glatt durchläuft. Entsprechende mündliche Zusagen habe es bereits gegeben. Nun heißt es also für die Gemeinde und die Sportler noch einmal warten, bis der positive Bescheid kommt. Im Linsengerichter Rathaus geht man davon aus, dass man Ende April, Anfang Mai ein ganzes Stück weiter sein werde. Noch im ersten Halbjahr 1988 sei der Baubeginn möglich. Tennis soll nach Angaben des Bürgermeisters sogar schon Mitte bis Ende des Sommers in Lützelhausen gespielt werden.

Manchem waren diese Zeitangaben allerdings nicht präzise genug. ,Mit dieser Einstellung können Sie in der Wirtschaft nichts werden‘, glaubte einer der Tennisspieler Bürgermeister Ratzka belehren zu müssen. Der Vorsitzende Heggen nahm Ratzka vor solchen Vorwürfen in Schutz und lobte ausdrücklich die Kooperationsbereitschaft der Gemeinde Linsengericht. Er sei sehr froh und vor allem erleichtert, dass nach drei Jahren „Kampfzeit“ nun bald die „Spielzeit“ für den Tennisclub beginnen könne.

Die geänderte Anordnung der Sportanlage kostet die Gemeinde indes nicht nur Zeit, sondern auch Geld. So kann die Halle nicht dort gebaut werden, wo es vom Kanalanschluss her am günstigsten wäre. Mehrkosten, allerdings in verträglicher Höhe (Geiger) sind die Folge. Die Halle soll etwa 2,3 bis 2,4 Millionen Mark kosten. Wann sie fertig sein wird, wollte allerdings niemand schätzen. Allenfalls grobe Schätzungen gibt es bisher zu den Gesamtkosten der Anlage. Bürgermeister Ratzka wollte dazu noch keine Angaben machen.“

TCAS-Vorstand geschlossen wiedergewählt

Über die TCAS-internen Berichte und Beschlüsse auf dieser Mitgliederversammlung heißt es am 5. April 1988 im Gelnhäuser Tageblatt: „Der Tennisclub am Spessart Großenhausen wird auch in den nächsten zwei Jahren vom selben Vorstand wie bisher geführt. Da es außer dem Antrag auf Wiederwahl keine weiteren Vorschläge gab, konnte Versammlungsleiter Albert Mackert den Vorstand ,en bloc‘ wählen lassen.

Den TCAS-Vorstand bilden: Rolf Heggen (1. Vorsitzender), Hans-Ulrich Kloz (2. Vorsitzender), Horst Geiger (Kassenwart), Josef Sollich (Sportwart), Jürgen Schmidt (Jugendwart), Heike Heggen (Schriftführerin), Bernhard Krischke (Anlagenwart), Bernhard Iffland (Vergnügungswart). Neue Kassenprüfer wurden Wilhelm Hans und Gerhard Schönfelder. In den Ehrenrat wählten die Mitglieder Eddi Grabenkamp, Wilhelm Hans, Dr. Werner Heit, August Iffland und Peter Joksch.

Obwohl der TCAS noch keine eigene Anlage hat, konnte Sportwart Josef Sollich doch von zahlreichen sportlichen Aktivitäten berichten. Die Teilnahme an verschiedenen Einladungs-Turnieren benachbarter Vereine, der erste Start einer TCAS-Mannschaft in der Medenrunde, Freundschaftsspiele, Clubturniere und die Vereinsmeisterschaften auf den Frei- und Hallenplätzen des Sportparks in Bad Soden-Salmünster standen im Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten. Sehr gut schlug sich das Jungsenioren-Team, das auf Anhieb Vizemeister auf Kreisebene werden konnte.

Dritte TCAS-Radtour mit mehr als fünfzig Teilnehmern

Kurioserweise hatte aber kein Tennisereignis, sondern eine Radtour den lebhaftesten Zuspruch unter den mehr als zweihundert TCAS-Mitgliedern gefunden. Zum dritten Mal hatte Rolf Heggen eine herrliche Fahrt abseits von Straßen durch Wiesen und Wälder vorbereitet. Mehr als fünfzig Fahrräder bildeten eine gewaltige Kolonne.

Der TCAS-Vorsitzende kündigte an, dass man in einigen Monaten auf den ersten drei von insgesamt fünf geplanten Tennisplätzen die Rackets schwingen könne. Mit der Fertigstellung des TCAS-Clubheims sei im Frühjahr/Sommer 1989 zu rechnen.

TCAS-Tennistreff mit Rekordbeteiligung

Die guten Nachrichten über den Bau der TCAS-Anlage schienen viele Mitglieder zu neuer Aktivität angespornt zu haben. Jedenfalls gab es beim TCAS-Tennistreff und der Clubmeisterschafts-Feier wenige Tage später im Sportpark von Bad Soden-Salmünster eine neue Rekordbeteiligung. Dreißig Spielerinnen und Spieler waren bis Mitternacht auf den drei Hallenplätzen in Doppel-Runden aktiv, bevor TCAS-Sportwart Josef Sollich die Clubmeister 1987/88 mit Pokalen ehrte. Alle anwesenden TCAS-Mitglieder erhielten zudem einen Preis aus der TCAS-Tombola. Schließlich lud Jugendwart Jürgen Schmidt zum ersten TCAS-Jugendtraining am 8. April 1988 in die Tennishalle von Bad Orb ein.“

Die ersten drei Plätze zum Festpreis von 166.500 Mark

Unter drei Angeboten entscheidet sich der TCAS-Vorstand für das Angebot der Firma Tennis-Service Kraft GmbH, Fuldatal, vom 18. Juni 1988 zu einem Festpreis von 166.500 D-Mark für drei Spielfelder mit quarzsandverfülltem Kunstrasen (DLW Sportfloor) einschließlich aller Erdarbeiten, Unterkonstruktion, Drainagen, Betoneinfassungen und Zäunen.

Am 15. August 1988 wird eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Gemeinde Linsengericht, vertreten durch den Bürgermeister und den 1. Beigeordneten, sowie dem TCAS, vertreten durch Rolf Heggen und Horst Geiger, über die Finanzierung der drei Tennisfelder geschlossen. Auf die Baukosten von 166.500 Mark sind folgende Zuwendungen zu erwarten: Investitionszuwendung der Gemeinde Linsengericht (10 Prozent) in Höhe von 16.650 Mark, Zuwendung des Main-Kinzig-Kreises (18 Prozent) in Höhe von 29.970 Mark, insgesamt also 46.620 Mark. Der TCAS verpflichtet sich, den verbleibenden Betrag von 119.880 Mark (zuzüglich evtl. entstehender Mehrkosten) zu übernehmen.

Am 24. August 1986 erteilt die Gemeinde Linsengericht als Bauträger der Firma Kraft den Bauauftrag. Die Bauleitung verbleibt beim TCAS. Am 10. Oktober 1988 wird der Bauvertrag von allen Beteiligten unterzeichnet.

Josef Sollich erfolgreichster Spieler im TCAS-Team

Über die zweite Saison des TCAS-Teams in der Medenrunde berichtet das Gelnhäuser Tageblatt am 1. Juli 1988: „Mit zwei Siegen und drei Niederlagen konnte die Jungsenioren-Mannschaft des Tennisclubs am Spessart Großenhausen nach der Vizemeisterschaft im vorigen Jahr diesmal nur einen Platz im Mittelfeld der Kreisklasse A belegen. Fast alle Kämpfe waren aber sehr ausgeglichen und brachten spannende, faire Spiele.

Das Großenhäuser Team hatte die diesjährige Saison begonnen, wie die vorige geendet hatte: Mit einem 9:0-Sieg gegen den Ronneburger TC II. Dann folgte allerdings im ,Heimspiel‘ in Bad Soden-Salmünster eine 4:5-Niederlagen gegen den TC Rot-Weiß Wächtersbach. Beim TC Meerholz II unterlag der TCAS dann mit 3:6. Der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer TC Gründau wurde in Bad Soden-Salmünster mit 7:2 besiegt. Nun hatte der TCAS sogar noch Aufstiegschancen, doch die entscheidende Begegnung mit TC Rotlipp Ortenberg wurde mit 3:6 verloren, was den Ortenbergern Meisterschaft und Aufstieg in die Bezirksklasse bescherte.

Erfolgreichster Spieler der Großenhäuser war in diesem Jahr Mannschaftsführer Josef Sollich, der acht von zehn möglichen Punkten für sein Team holte. Auf jeweils sechs Punkte kamen die an Nummer eins und zwei spielenden Rolf Heggen und Peter Zimmermann. Vier Punkte gewannen Karl-Heinz Knapp und Dieter Viernickel, die beide erstmals für das TCAS-Team in der Medenrunde spielten. Bernd Riedel, derzeit beruflich in Amerika, hatte es sich nicht nehmen lassen, zu drei Spielen des TCAS aus Alabama einzufliegen und drei Punkte für die Mannschaft zu holen. Insgesamt hatten die Großenhäuser neun Spieler eingesetzt. Keiner blieb dabei ohne Erfolgserlebnis.“

Erster Spatenstich am 31. August 1988

Am 27. August 1988 berichtet die Neue Gelnhäuser Zeitung unter der Überschrift „Was lange währt, wird endlich gut: Erster Spatenstich für Tennisanlage und Turnhalle“: „Auf diesen Tag haben die Mitglieder des Turnvereins Lützelhausen und des Tennisclubs am Spessart Großenhausen lange gewartet: Am Mittwoch, 31. August 1988, beginnen auf dem Sportgelände ,Auf dem Berg‘ die Bauarbeiten für die Turnhalle und die Tennisanlage. In Anwesenheit der beiden Vereinsvorstände Walter Desch und Rolf Heggen, der Architektin Rack und Vertretern der beauftragten Unternehmen wird der Linsengerichter Bürgermeister Theo Ratzka um 11 Uhr den ersten Spatenstich ausführen. Mit 2,5 Millionen Mark ist das Projekt veranschlagt.

Während mit der Fertigstellung der Turnhalle mit den integrierten Vereinsräumen für den TVL und den TCAS im Sommer nächsten Jahres zu rechnen ist, hofft der Tennisclub, dass die Freunde des ,weißen Sports‘ noch im Oktober dieses Jahres auf den ersten drei Plätzen spielen können. Da die Tennisfelder einen modernen Allwetterboden (Kunstrasen mit Quarzsand) erhalten, kann beim TCAS das ganze Jahr über im Freien gespielt werden, wenn nicht gerade Schnee oder Eis dies verhindern.“

Über den ersten Spatenstich berichten am 1. September 1988 Frankfurter Rundschau, Gelnhäuser Tageblatt, Neue Gelnhäuser Zeitung und Kinzigtal-Nachrichten mit großen Aufmacherartikeln unter Schlagzeilen wie „Ratzka kam mit Riesenbagger: Alle Hindernisse für Neubau ausgeräumt“, „Tennisspieler und Turner sind endlich am Ziel“, „Einwände des Natur- und Umweltschutzes führten zu jahrelangen Verzögerungen“, „Trotz  Firmenkonkurs: Bau der Anlage lief an“, „Noch in diesem Jahr Tennis am Sportgelände Lützelhausen“. In der Neuen Gelnhäuser Zeitung ist unter anderem zu lesen: „Vier Jahre gefüllt mit Ortsbesichtigungen, Schriftwechseln, Telefonaten, Plänenaustausch,Sitzungen, Besprechungen und Behördenterminen waren nötig, bis es gestern endlich so weit war: Linsengerichts Bürgermeister Theo Ratzka gab mit dem ,ersten Spatenstich‘ den Weg frei für den Bau der Turnhalle und der Tennisplätze auf dem Sportgelände ,Auf dem Berg‘ in Lützelhausen. Dort, wo jetzt nur zwei umgefallene Fußballtore an sportliche Aktivitäten erinnern, sollen bis zum nächsten Jahr die Heimstätten für die 300 Mitglieder des Turnvereins Lützelhausen und die 230 Mitglieder des Tennisclubs am Spessart Großenhausen entstehen.

Das Interesse war groß am ,ersten Spatenstich‘, den Bürgermeister Ratzka allerdings mittels eines Baggers vornahm. Viele Bürger, Mitglieder des Ortsbeirats, der Gemeindevertretung und des -vorstands, Verantwortliche der beiden Vereine und der bauausführenden Firmen waren gekommen. Ratzka erinnerte noch einmal an die beschwerliche Vorgeschichte. Fünf Jahre war die Gemeinde damit beschäftigt, die Genehmigung für den Turnhallenbau zu bekommen. Als man es dann schon fast geschafft hatte, erhob die Bezirksdirektion für Forsten und Naturschutz, die es übrigens bald nicht mehr gibt, Einspruch. Sie war mit dem ursprünglich geplanten Standort der Halle nicht einverstanden. Das Gebäude sei weithin sichtbar und würde das Landschaftsbild entscheidend verändern. Erst nach weiteren neun Monaten und einer Verlegung des Hallenstandorts kam dann das grüne Licht.

Doch nicht nur die Behörden hätten sich schwer getan, so Ratzka. Auch die Gemeinde habe ihre Probleme gehabt, vor allem mit der Finanzierung. Jede Fraktion habe andere Finanzierungsvorschläge gemacht, bis man sich endlich auf den schlüsselfertigen Bau einigen konnte. Zu guter Letzt kam dann auch noch wegen einer Insolvenz ein kurzfristiger Wechsel der bauausführenden Firma.

Die Kosten für die Halle mit sanitären Anlagen und Außenanlagen belaufen sich auf etwa 2,6 Millionen Mark. Die Gemeinde erwartet dafür einen Zuschuss von 500.000 Mark. Die beiden Vereine wollen sich dann jeweils noch ein Vereinsheim an die Halle bauen, was die Clubs jeweils etwa 150.000 Mark kosten wird. Der Tennisclub muss dann noch die Plätze zahlen. Kostenpunkt pro Court: 60.000 Mark. Fünf Plätze sind geplant, ursprünglich sollten es sechs werden. Doch der Verlegung des Hallenstandorts fiel einer zum Opfer.

TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen und TVL-Vorsitzender Walter Desch dankten der Gemeinde für ihre Arbeit. Desch erläuterte, dass der Turnverein nun schon seit acht Jahren von einer neuen Halle träume. Fünf Jahre später kamen dann die Träume des Tennisclubs hinzu, was dem ganzen Vorhaben neuen Schwung gegeben habe. Mit dem Bau der neuen Anlage erreiche der Sport eine neue Dimension in Lützelhausen/Großenhausen. Alle Beteiligten versprechen sich einen optisch gefälligen Bau. ,Da steht nicht nur ein großer Klotz‘, sagte Heggen.“

Radlader mit überdimensionalem Tennisschläger

Die Frankfurter Rundschau schreibt unter anderem: „Grund zum Feiern haben die beiden Vereine umso mehr, als das Projekt seit fünf Jahren ansteht und in dieser Zeit ,viel Ärger‘ bereitet hat, so Bürgermeister Ratzka. TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen verspricht: ,Wir werden ein sehr schönes Gelände schaffen, mit sehr viel Grün, Büschen und Bäumen.‘ Die Vorfreude dokumentierte ein überdimensionaler Tennisschläger als Kühlerfigur des großen gelben Radladers.“

Die Kinzigtal-Nachrichten schreiben zudem: „Beispielhaft hat nach Auffassung der beiden Vereinsvorsitzenden Desch und Heggen die Zusammenarbeit zwischen Turnverein und Tennisclub funktioniert. Von den beiden Vereinen ging die Initiative aus, zwischen den beiden Ortsteilen Lützelhausen und Großenhausen eine Freizeitanlage zu schaffen, die den Bedürfnissen der Turner, der Tennisfreunde und der Bürger entspricht.“

TCAS-Info Oktober ’88: „…dass nun endlich was passiert“

Am 18. Oktober 1988 schreibt Rolf Heggen in einer persönlichen TCAS-Info an die TCAS-Mitglieder unter anderem: „Wir haben es endlich geschafft: Am 31. August haben die Bauarbeiten für unsere Tennisanlage begonnen. In der Presse ist ausführlich darüber berichtet worden. Außerdem haben sich viele TCAS-Mitglieder persönlich davon überzeugt, dass ,nun endlich etwas passiert‘. Bei Sekt und Sonnenschein hatten wir eine schöne und auch wirklich verdiente Feierstunde im künftigen Sportpark ,Auf dem Berg‘.

Seit der Gründung unseres Clubs im März 1985 sind gut drei Jahre vergangen. Drei Jahre, in denen mit mehr als fünfzig verschiedenen Behörden, Ämtern, Institutionen, Vereinen, Verbänden und Interessenvereinigungen Briefwechsel und Gespräche zu führen waren, in denen ständig Kontakt zu verschiedenen Gemeinde-Gremien zu halten war, in denen mit Landschaftsplanern, Architekten und den Vertretern des TV Lützelhausen Pläne aufgestellt, verworfen und wieder neu erstellt wurden, in denen mit verschiedenen Firmen verhandelt wurde – drei lange Jahre mit Vorschlägen, Diskussionen, Anträgen und Verträgen, mit Sitzungen und Versammlungen.

„Wenn ich gewusst hätte…“

Um ganz ehrlich zu sein: Wenn ich vor der Gründung des TCAS gewusst hätte, was da alles auf mich zukommen würde (bisher weit über tausend Arbeitsstunden, Tausende von Autokilometern, unzählige Gesprächstermine mit Behörden, Telefongespräche und Briefe) – ich hätte schön die Finger davon gelassen. Zumal mir auch Vorwürfe, Vorhaltungen und auch die Unterstellung ,Vortäuschung falscher Tatsachen‘ nicht erspart blieben. Und dies alles in Verbindung mit der persönlichen Frustation, dass die ganzen Genehmigungsverfahren und Verhandlungen so zäh abliefen – da kommt man ganz schön ins Zweifeln, ob man sich dies wirklich noch antun soll.

Bedanken möchte ich mich in diesem Zusammenhang bei allen Mitgliedern, bei allen Vorstandskollegen, bei Bürgermeister Ratzka, Amtsrat Geiger, Mitgliedern des Gemeindevorstands und der politischen Fraktionen sowie beim Vorstand des TV Lützelhausen, Walter Desch, die mich immer wieder ermuntert haben, das Projekt weiter voranzutreiben.“

TCAS-Info Dez. ’88: Vorfreude auf das erste „richtige“ TCAS-Jahr

Im Rundschreiben vom 21. Dezember 1988 heißt es unter anderem: „Aus der Sicht unseres Tennisclubs haben wir allen Grund, mit viel Vorfreude das Neue Jahr zu erwarten. Es wird das erste „richtige“ TCAS-Jahr sein. Denn im Frühjahr ’89 können wir endlich auf eigener Anlage Tennis spielen. Die ersten drei Plätze sind schon vor einigen Wochen einschließlich Umzäunung fertig geworden. Aus Witterungsgründen haben wir uns aber auf Anraten der Firma Tennis Service Kraft GmbH, Fuldatal, entschlossen, mit dem Verlegen des Kunstrasens und dem Verfüllen des Quarzsands bis zum kommenden Frühjahr zu warten.

Auch die Sporthalle mit ihren Anbauten (darunter unser Clubheim, die Umkleide-, Wasch- und Lagerräume) macht gute Fortschritte. Bis zum 23. Dezember wurde gearbeitet. Fundament, die Träger und die Außenmauern stehen bereits. Am 9. Januar 1989 sollen die Arbeiten weitergehen – vorausgesetzt, die Witterung lässt dies zu.

Um Ende nächsten Jahres die Außenanlagen rings um die Halle und unsere Plätze fertigstellen zu können, haben wir uns auf Anregung der Gemeindeverwaltung entschlossen, im Sommer ’89 auch schon die Plätze 4 und 5 zu bauen. Dies bedeutet, dass wir nun noch weitere Mitglieder aufnehmen können. Zum Jahreswechsel haben sich bereits zahlreiche neue Mitglieder eingeschrieben, die wir hiermit im TCAS-Kreis begrüßen.

TCAS-Tennistreff in der Brentano-Halle

Die ersten beiden TCAS-Tennistreffs in der Brentano-Halle in Altenhaßlau haben sich großen Zuspruchs erfreut. Am Sonntag, 8. Januar 1989, wollen wir uns dort wieder zum lockeren Doppelspiel mit speziellen Hallenbällen treffen. Um zu lange Wartezeiten zu vermeiden, wollen wir in drei Gruppen spielen: Von 9.30 bis 12 Uhr, von 12 bis 14.30 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr. Für Essen und Trinken wird ebenfalls wieder gesorgt.

Bei einem weiteren internen TCAS-Turnier im Sportpark von Bad Soden-Salmünster sollen am 21. Januar 1989 die Damen erstmals ganz unter sich sein: Einzel und Doppel auf den drei Plätzen des Sportparks. Freuen wir uns zum Jahreswechsel gemeinsam auf das erste „richtige“ TCAS Jahr 1989.“

Sportliche Infrastruktur in neuer Qualität

Am 4. Januar 1989 berichtet das Gelnhäuser Tageblatt über den Stand der Dinge im TCAS: „Das neue Jahr bringt den Tennisspielern im Raum Linsengericht eine neue, moderne Tennisanlage. Die ersten drei Plätze des Tennisclubs am Spessart Großenhausen konnten noch im vergangenen Jahr errichtet werden. Von der Witterung im Frühjahr hängt es nun ab, wann auf diesen Plätzen der Kunstrasen verlegt und der Quarzsand eingestreut werden kann. TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen rechnet damit, dass die Anlage im April eingeweiht werden kann.

Wegen des großen Mitglieder-Zulaufs hat sich der Verein entschlossen, die Plätze vier und fünf auch noch in diesem Jahr fertigzustellen. Die Planierungsarbeiten haben bereits begonnen. Damit ist der TCAS ab sofort auch in der Lage, noch sechzig neue Mitglieder aufzunehmen. Bei 300 Mitgliedern wird die Aufnahme-Kapazität des Clubs erschöpft sein.

Die modernen Kunstrasenplätze, die der TCAS erstellt, sind nach der Meinung vieler Experten derzeit der beste Kompromiss zwischen herkömmlichen Rotsand-Plätzen und Allwetter-Anlagen. Zum einen garantieren der aufwändige, extrem wasserdurchlässige und elastische Unterbau und der eingestreute Quarzsand, dass die Gelenke der Spieler besonders geschont werden und der Ball ein normales, gleichmäßiges Sprungverhalten zeigt. Das sogenannte Verspringen des Balls durch Platzfehler oder Linien ist so gut wie ausgeschlossen. Die Kunstrasenschicht schließlich garantiert eine Tennissaison über das ganze Jahr. ,An Weihnachten und zwischen den Jahren‘, so Rolf Heggen, ,hätten wir bei den milden Temperaturen wunderbar im Freien Tennis spielen können.‘

Gute Fortschritte macht auch der Bau der Sporthalle auf dem Sportgelände ,Auf dem Berg‘ zwischen Großenhausen und Lützelhausen. Mit der Fertigstellung der Halle und ihrer Anbauten (Clubheime, Umkleide- und Waschräume für den Tennisclub und den Turnverein Lützelhausen) ist im Herbst zu rechnen. Die sportliche Infrastruktur der Gemeinde Linsengericht wird dann eine neue Qualität haben.“

Richtfest auf dem Sportgelände

Am 16. Februar 1989 ist im Gelnhäuser Tageblatt über das Richtfest für die Turnhalle und die TCAS-Clubräume zu lesen: „ ,Am Anfang gab es zwar einige Probleme, aber jetzt sehen wir dem Ende eines gelungenen Projekts entgegen,‘ meinte Bürgermeister Theo Ratzka beim Richtfest der neuen Turnhalle in Lützelhausen. Auch Mitglieder des Gemeindevorstands, des Ortsbeirats und der Gemeindevertretung sowie des TV Lützelhausen und des TCAS Großenhausen wohnten der Feier bei. Für den musikalischen Rahmen in eisiger Kälte sorgte der Musikverein Lützelhausen.

Im August vorigen Jahres war der erste Spatenstich für das neue Sportgelände getan worden. Nun kann sich der Tennisverein bald auf fünf Plätzen ,austoben‘. Das Gelände für die Sportanlage gehörte zum größten Teil der Gemeinde, einige Stücke mussten allerdings zugekauft werden. Mit den Vereinsvorständen freuten sich auch die Architekten Michael und Gudrun Rack: ,Das Projekt ging ohne Bauunterbrechung vorwärts. Das haben wir natürlich auch dem Wetter zu verdanken.‘ Zimmermann Günther Kunkel und Betonbauer Uwe Püchner hielten von einem Podest nach alter Tradition den Richtspruch.“

TCAS-Info Februar 1989: Letzte Termine vor der Einweihung

Am 17. Februar 1989 heißt es im TCAS-Rundschreiben: „Nach dem Richtfest für die Turnhalle und unsere Clubräume gehen die Bauarbeiten auf unserem Sportgelände weiter zügig voran. Bevor wir aber endlich unsere ersten drei Plätze einweihen, stehen noch drei Termine auf dem TCAS-Programm:

TCAS-Tennistreff am 26. Februar 1989 in der Brentano-Halle, TCAS-Herrenturnier am 18. März 1989 in Bad Soden-Salmünster und TCAS-Jahreshauptversammlung am 10. April 1989 im Sport- und Kulturheim Großenhausen mit zwölf Tagesordnungspunkten, darunter erstmals Belegungssystem für die Plätze, Spielbedingungen für Gäste, Arbeitsstunden. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch die Jahreshauptversammlung so gut besucht würde wie unsere sportlichen Termine.“

Mitgliederversammlung schon in der neuen Turnhalle

Am 3. April 1989 gibt der TCAS diese Pressemitteilung heraus: „Die Bauarbeiten an der Turnhalle und TCAS-Räumen gehen so zügig voran, dass sich der TCAS-Vorstand entschlossen hat, die Jahreshauptversammlung am 10. April schon in der neuen Halle stattfinden zu lassen. Der Vorstand möchte die Gelegenheit nutzen, die Mitglieder vor Ort über alles zu informieren, was die Anlage und das Clubheim betrifft. Für Getränke und Essen wird gesorgt. Da es in dem Neubau noch recht zugig ist, werden alle Besucher gebeten, sich entsprechend zu kleiden. Und es wird empfohlen, die Autos unten auf dem Parkplatz am Friedhof abzustellen.“

Rekordbesuch bei der ersten JHV auf dem neuen Sportgelände

Die Parkplätze unten am Friedhof reichen am Montag, den 10. April 1989, bei weitem nicht. Überall am Rande der noch unbefestigten Feldwege stehen Fahrzeuge von TCAS-Mitgliedern, die zur ersten Jahreshauptversammlung des Tennisclubs am Spessart Großenhausen auf dem neuen Sportgelände gekommen sind. 72 TCAS-Mitglieder tragen sich in die Anwesenheitsliste ein; tatsächlich sind es noch einige mehr, die auf den Bänken in dem zugigen Rohbau eng zusammenrücken. Zu den Gästen zählen Bürgermeister Theo Ratzka, Amtsrat Wilhelm Geiger, Turnvereinsvorsitzender Walter Desch und Architektin Gudrun Rack.

„Jahr eins des TCAS: Ersmtals Normalität“

Unter der Schlagzeile „Jahr eins hat begonnen“, heißt es am 12. April 1989 unter anderem in der Neuen Gelnhäuser Zeitung: „Seit vier Jahren ist der Tennisclub am Spessart Großenhausen nun schon existent, doch das Jahr eins des TCAS habe eigentlich jetzt erst begonnen, sagte der 1. Vorsitzende Rolf Heggen zu Beginn der Jahreshauptversammlung, die am Montagabend in der noch im Rohbau stehenden Sporthalle auf dem neuen Sportgelände stattfand. Bevor er zur umfangreichen Tagesordnung überging, führte er die in großer Zahl erschienenen Mitglieder durch die Räumlichkeiten.

In etwa drei Wochen wird der Spielbetrieb auf den ersten drei Plätzen aufgenommen. Doch damit ist das Provisorium für den TCAS noch nicht zu Ende. Denn für 250 Mitglieder ist diese Kapazität unzureichend. Das ,Gedränge‘ ist also vorprogrammiert. Ende des Sommers sollen dann noch zwei weitere Plätze hinzukommen.

Heggen lobte das Engagement des Baudezernenten Wilhelm Geiger, der das ,Werk‘ vorantrieb und viel Verständnis für die Belange der jetzt auf der Anlage etablierten Vereine zeigte. Auf der neuen Tennisanlage sind die Spielerinnen und Spieler nicht mehr ausschließlich auf die sommerliche Jahreszeit angewiesen. Unentwegte können die Kunstrasenplätze dann auch im Winter für ihr Hobby nutzen.

In den letzten vier Jahren waren die Tennissportler des TC am Spessart Großenhausen allerdings nicht untätig. Sport- und Jugendwart berichteten neben den geselligen Aktivitäten auch von den zahlreichen sportlichen Ereignissen. Im ,Jahr eins‘ wird nun auf sportlichem Sektor erstmals Normalität einkehren. Zum ersten Mal werden die Vereinsmeisterschaften, die immer der sportliche Höhepunkt im Jahresablauf eines Tennisclubs sind, auf eigener Anlage ausgetragen.“

Auszüge aus dem Protokoll dieser „historischen“ Versammlung: Sportwart Josef Sollich gibt einen Überblick über die Spiele von Medenmannschaft und Schoppenmannschaft, Einladungsturniere, Kreismeisterschaften, Tennisabende in Bad Soden-Salmünster, Schleifchenturniere, Damen- und Herrenturnier sowie TCAS-Treffs in der Brentano-Halle. Auch die TCAS-Radtour habe sich wieder regen Zuspruchs erfreut.

Jugendwart Jürgen Schmidt berichtet von einer erfreulichen Resonanz beim Jugend-Training, das nach einem Test-Training im vergangenen Winterhalbjahr angeboten wurde. Trainer waren Ralf Zirnzak und Bernd Winter. Das Training werde im Sommer auf der TCAS-Anlage fortgeführt. Er berichtet ferner vom Kinder-Eltern-Tennistag mit Turnier in der Brentano-Halle. Und er kündigt für die Jugendlichen Vereinsmeisterschaften, Ranglisten und Aufstellung von Medenteams an.

Kassenwart Horst Geiger gibt als Jahresabschluss 1988 ein Guthaben von 31.450 DM an. Für den Etat 1989 bittet der Vorstand um die Genehmigung einer weiteren Kreditaufnahme in Höhe von 80.000 DM, die ohne Gegenstimme erfolgt.

Für das Platzbelegungssystem wird folgender Vorschlag für die ersten drei Plätze einstimmig akzeptiert: Ein Platz kann maximal drei Tage im voraus belegt werden. Hierfür wird eine Magnettafel mit Namensschildern aufgestellt. Die übrigen Plätze können nur durch Anwesenheit belegt werden. Die Spielzeit beträgt eine Stunde. Dafür werden Uhren am Clubheim angebracht. Kinder und nicht berufstätige Jugendliche sind bis 17 Uhr gleichberechtigt bei der Platzbelegung. Von 17 Uhr an besteht ein Spielvorrecht für Erwachsene und berufstätige Jugendliche. Einstimmig beschlossen wird auch, dass Gastspieler nur gemeinsam mit einem TCAS-Mitglied auf der Anlage spielen dürfen. Die Gastspielstunde kostet 10 Mark. Bezüglich der Arbeitsstunden wird bei einer Gegenstimme beschlossen: alle Mitglieder ab 18 Jahren müssen sechs Arbeitsstunden im Jahr leisten. Die Arbeitsstunden können auch mit 25 Mark je Stunde abgegolten werden. Jugendliche unter 18 Jahren können zu Sondereinsätzen herangezogen werden. Gegen Zahlung von 5 Mark erhält jedes Mitglied einen Schlüssel für die Anlage. Jeder weitere Schlüssel kostet 10 Mark.

„Erstaunliche Entwicklung: Boom in Großenhausen“

Unter dieser Überschrift berichtet der lokale Tennisexperte Knut Himstedt am 22. April 1989 im Gelnhäuser Tageblatt unter anderem: „Eine erstaunliche Entwicklung ist in Großenhausen zu beobachten. Wie Vorsitzender Rolf Heggen und Sportwart Josef Sollich berichten, ist der Verein innerhalb kürzester Zeit auf 260 Mitglieder angewachsen. In hervorragender Zusammenarbeit von Gemeinde und Verein entsteht eine Anlage mit fünf Plätzen, von denen drei kurz vor der Vollendung stehen. Alle Plätzen erhalten Kunstrasen-/Quarzsandbelag, auf dem man das ganze Jahr spielen können soll. Sportlich steht man natürlich noch am Anfang. Genau wie im Vorjahr ist nur eine Jungsenioren-Mannschaft gemeldet. Man hofft aber, in den kommenden Jahren voll ins
Wettkampfgeschehen einzusteigen.“

TCAS-Info Mai 1989: Start am 21. Mai auf zwei Plätzen

Am 19. Mai 1989 werden die TCAS-Mitglieder vom Vorsitzenden über folgendes informiert: „Wenn nicht noch in letzter Minute technische oder witterungsbedingte Probleme dazwischenkommen sollten, müssten unsere ersten beiden Plätze an diesem Samstag abend (20. Mai) eigentlich fertig werden. Dies bedeutet, dass wir unserer Medenmannschaft erstmals die Fahrt nach Bad Soden-Salmünster ersparen und das erste echte Heimspiel ermöglichen können. Dies wird am Sonntag, 21. Mai 1989, ab 9 Uhr mit dem RTC Ronneburg als Gast auf unserer Anlage stattfinden.

Unmittelbar nach dem Ende dieses Medenspiels, etwa gegen 14 Uhr, beginnt für alle TCAS-Mitglieder ein Schleifchenturnier auf den beiden – hoffentlich – fertiggestellten Plätzen. Sie müssen aber nicht unbedingt um 14 Uhr anwesend sein. Unser Sportwart Josef Sollich wird dafür sorgen, dass alle – im bunten Doppel-Wechsel – möglichst gleich lang Gelegenheit zum Kennenlernen unserer Quarzsand-Plätze finden, auch wenn sie erst am späten Nachmittag kommen.

Bitte bedenken Sie, dass am Sonntag noch keine offizielle Einweihung unserer Anlage stattfinden kann. Der gesamte Spielbetrieb wird bis zur Fertigstellung unserer Clubräume und der Sporthalle (etwa Ende Juli) eine Art Provisorium bleiben – ohne Wasch- und Duschmöglichkeiten, ohne Umkleideräume, ohne Bewirtschaftung. Auch der Zugang zu den beiden bisher fertiggestellten
Tennisplätzen ist noch ein Provisorium. Bitte benutzen Sie ausschließlich den von unseren Mannschaftsspielern hergestellten Notzugang im Bereich der Wasserpumpstation. Aus Haftungsgründen und auf Veranlassung der Baufirma Hochtief müssen wir Sie bitten, die Baustelle rund um die Turnhalle nicht zu betreten.

Wir hoffen, dass wir Anfang nächster Woche auch unseren dritten Platz bespielen können. Über die Belegungsmöglichkeiten der Plätze können Sie sich vor Ort informieren. Bitte akzeptieren Sie bis zur offiziellen Einweihung Ende Juli die leider nicht vermeidbaren Provisorien, arrangieren Sie sich in einem freundlichen Miteinander mit allen TCAS-Mitgliedern und spielen Sie bitte Doppel, wenn der Andrang groß sein sollte. Bitte verzichten Sie bis zur Einweihung auch auf das Einladen von Gastspielern.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Damit wir möglichst lange Freude an unseren quarzsandverfüllten Kunstrasenplätzen haben, dürfen die Plätze selbstverständlich nur mit völlig sauberen Sohlen betreten werden. Vor allem Tennisschuhe, mit denen vorher auf Aschenplätzen gespielt wurde, müssen sorgfältig von allen Rückständen in den Profilsohlen gereinigt werden. Bitte ziehen Sie Ihre Tennisschuhe erst an den Eingangstörchen zu unseren Plätzen an, damit Sie den Staub von den Wegen nicht auf den Kunstrasen bringen.

Zwei Drittel der volljährigen Mitglieder anwesend

Mit diesem Schreiben erhalten Sie auch unsere Hinweise zu den Arbeitsstunden. Bitte füllen Sie das Schreiben aus und reichen es möglichst bald zurück, damit wir entsprechend planen können. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch einmal bei allen Besuchern unserer Mitgliederversammlung für die Einmütigkeit und konstruktive Mitarbeit bei den Beschlüssen hinsichtlich Platzbelegung, Gästespieler, Arbeitsstunden und Kreditrahmen bedanken. Etwa zwei Drittel unserer volljährigen Mitglieder waren übrigens bei dieser Mitgliederversammlung anwesend – ein überwältigendes Ergebnis.

So, jetzt aber genug mit all den Regularien. Viel Spaß und Freude – endlich! – bei Sport und Spiel auf unserer eigenen Anlage. Es hat lange genug gedauert. Und wenn Sie am Samstagabend mal vorbeischauen oder am Sonntag – vermutlich werden wir auch etwas haben, mit dem sich anstoßen lässt… Lage und Qualität der gesamten Sportanlage rechtfertigen, wie wir meinen, eine kräftige Portion Vorfreude. Auf Wiedersehen auf der TCAS-Anlage.“

Sieg des Teams im ersten Spiel auf eigener Anlage und Ansturm der Mitglieder: „Endlich kein virtueller Club mehr“

Bis tief in die Nacht des 20. Mai 1989 hinein arbeitet die Firma Kraft an dem maschinellen Verfüllen des Quarzsands für die ersten zwei Plätze (die heutigen Plätze 2 und 3). Zwischen Firmenchef Kraft und dem TCAS-Vorsitzenden ist es zuvor zu einem energischen Meinungsaustausch gekommen, als Kraft die Arbeiten abbrechen und am Montag dann fortsetzen will. Rolf Heggen kann Kraft und seine Mitarbeiter davon überzeugen, dass er die Mitglieder nicht noch einmal vertrösten könne, und sei es nur um 24 Stunden. Am nächsten Morgen wird dann bei strahlendem Sonnenschein das erste Team-Tennisspiel auf eigener Anlage von den TCAS-Jungsenioren gegen den RTC Ronneburg II mit 9:0 glanzvoll gewonnen, die Gastmannschaft im Garten der Familie Heggen bewirtet und zugleich beginnt ein fröhliches Doppelspielen auf den beiden Plätzen mit mehr als achtzig Teilnehmern. Der TCAS ist endlich nicht länger ein „virtueller“ Tennisclub.

Auf drei Plätzen wird bereits gespielt

Am 10. Juni 1989 ist im Gelnhäuser Tageblatt unter der Überschrift „Auf drei Plätzen wird bereits gespielt“ unter anderem zu lesen: „Vor zwei Wochen hat der Tennisclub am Spessart seine ersten drei Plätze für seine Mitglieder zum Spielen freigegeben. Zwar wird es noch einige Wochen dauern, bis auch das Clubheim, die Waschräume und die Wege zu den Plätzen fertig werden, doch haben viele TCAS-Mitglieder die Chance genutzt, die neuen mit Quarzsand verfüllten Kunstrasenplätze erstmals kennenzulernen.

Die Vorteile des neuartigen Belags wurden gleich zu Beginn bei der wochenlangen Hitze und Trockenheit ebenso deutlich wie nach den heftigen Regenfällen in den letzten Tagen: Die Plätze sind nahezu immer im selben Zustand bestens bespielbar. So muss auch bei Trockenheit und Hitze kein Wasser gespritzt werden. Die Plätze werden trotzdem nicht hart und staubig wie herkömmliche Sandplätze, die sich aus einem Gemisch aus Koks, Asche und Ziegelmehl aufbauen, sondern bleiben weich und elastisch. „Wie auf Moosboden“, meinte ein TCAS-Spieler nach seinen ersten Erfahrungen. Außerdem wird kein Staub aufgewirbelt. Umwelt, Spieler, Kleidung, Club- und Waschräume werden von dem sonst üblichen roten Staub verschont.

Der vor vier Jahren gegründete Tennisclub am Spessart hat zweifellos eine saubere, umweltfreundliche und den Wasserhaushalt entlastende Anlage erstellt.

Da die Plätze auch im Winter bespielbar sind, die sonst übliche Frühjahrsinstandsetzung entfällt und kein Platzwart für die ständige Pflege und Ausbesserung der Spielfelder benötigt wird, geht der TCAS davon aus, dass sich die höheren Investitionen für die hochwertige Anlage schon in fünf Jahren amortisiert haben werden.

Im Juli wird mit dem Bau der Plätze vier und fünf begonnen. Dies setzt den Club in die Lage, noch etwa fünfzig Mitglieder zu alten Konditionen neu aufzunehmen. Interessenten mögen sich bitte an den Vorsitzenden Rolf Heggen (Telefon 06051-66062) oder an ein anderes Vorstandsmitglied wenden. Für die ersten zwanzig neuen Mitglieder stiftet der TCAS-Vorsitzende je ein Tennis-Geschenk.

Ende Juli sollen nach Aussagen der Firma Hochtief auch die Turnhalle und die Clubräume des TCAS fertig werden. So lange möchte der Club auch mit seiner offiziellen Eröffnungsfeier warten. Und so lange bittet er auch alle interessierten Gastspieler um Geduld. Bis dahin sind die Plätze ausschließlich für TCAS-Mitglieder offen. An Werktagen nach 17 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen haben Erwachsene Spielrecht vor Kindern. Vom 1. August an können Gästekarten von TCAS-Mitgliedern für ihre persönlichen Gäste gekauft werden. Der TCAS-Vorstand weist aus gegebenem Anlass noch einmal auf diese Regelung hin. Es kann nicht länger hingenommen werden, dass ohne Mitgliedschaft auf den Plätzen gespielt wird, auch nicht von Trainern, Jugendlichen und Kindern.

Für das Training mit den beiden TCAS-Trainern Bernd Winter und Ralf Zirnzack wird es Ende Juni eine Einführungsveranstaltung geben. Vom 7. bis 16. Juli werden die ersten Clubmeisterschaften auf eigener Anlage stattfinden. Danach können sich bei TCAS-Sportwart Josef Sollich alle melden, die Interesse haben, in einer Rangliste geführt zu werden und in einer TCAS-Mannschaft zu spielen.“

Fünf Siege für das TCAS-Team in der Saison 1989

Für die Saison 1989 mit dem ersten „richtigen“ Heimspiel hat der Tennisclub am Spessart Großenhausen ein mehr als stattliches Aufgebot melden können. In der Rangfolge Heggen, Zimmermann, Riedel, Sollich, Knapp, Ufer, Günther, Schönfelder, Pahlich, Viernickel, Krischke, Geiger, Grabenkamp, Gladow, Winter, Schauermann, Heit, Iffland, Kloz und Dey stehen nicht weniger als zwanzig Spieler für das Sechser-Team zur Verfügung. Nach fünf deutlichen Siegen über RTC Ronneburg, Blau-Weiß Schlüchtern, TC Neuberg, Rot-Weiß Linsengericht und TC Niedermittlau sowie zwei knappen 4:5-Niederlagen gegen TC Gedern und TC Gründau belegt das TCAS-Team in der Abschlusstabelle Rang drei.

72 Teilnehmer bei der ersten Clubmeisterschaft auf eigener Anlage

Am 21. Juli 1989 berichtet das Gelnhäuser Tageblatt: „Mit 72 Teilnehmern war die erste Clubmeisterschaft des Tennisclubs am Spessart Großenhausen auf eigener Anlage quantitativ sehr gut besetzt. Dass auch qualitativ schon erfreulich viel geboten wurde, zählte zu den großen Überraschungen dieses zehntägigen Turniers, das eigentlich schon im vergangenen Herbst hätte stattfinden sollen, aber wegen nicht ausreichender Hallenkapazität auf diesen Sommer verschoben worden war.

Nicht weniger als dreißig Spieler hatten für das Herren-Einzel dieser ,historischen‘ Clubmeisterschaft gemeldet. So mussten die beiden Final-Partner, TCAS-Sportwart Josef Sollich und TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen, immerhin fünf Einzel über zwei Gewinnsätze bestreiten, bevor sich Josef Sollich mit 6:4, 6:0 erstmals den Clubmeister-Titel holen konnte. Im Halbfinale hatte Titelverteidiger Peter Zimmermann beim Stand von 0:4 im ersten Satz wegen einer Verletzung aufgeben müssen. Vorjahrsfinalist Jürgen Schmidt, der Jugendwart des Clubs, war im zweiten Semifinale Rolf Heggen mit 4:6, 0:6 unterlegen.

Das spannendste Finale erlebten die rund 100 Zuschauer am Schlusstag der TCAS-Meisterschaften im Damen-Einzel: Erika Hofacker verteidigte ihren Titel mit einem schwer erkämpften 7:5, 7:6 gegen Monika Car. Dritte wurden Ulrike Viernickel und Hanni Grabenkamp. Das Finale der Trostrunde gewann Ingrid Hölscher gegen Kirsten Sollich.

Im Herren-Doppel fiel der Titel an Rolf Heggen und Josef Sollich. Allerdings konnten ihre Finalgegner Jürgen Schmidt und Peter Zimmermann wegen Zimmermanns Verletzung nicht mehr antreten. Das Halbfinale dieser Konkurrenz mit 16 Doppeln hatten Karl Hölscher und Dieter Viernickel sowie Andreas Kremkus und Heinz Pahlich erreicht.

Das Damen-Doppel entschieden Monika Car und Erika Hofacker für sich. Auf die folgenden Plätze kamen: Hanni Grabenkamp/Ulrike Viernickel, Heidi Geiger/Ingrid Hölscher und Eva Iffland/Annelie Müller.

Nach den Erfolgen bei den ersten beiden Clubmeisterschaften des TCAS, die 1986 und 1987 in Bad Soden-Salmünster stattgefunden hatten, holten sich Erika Hofacker und Rolf Heggen im Mixed zum dritten Mal in Folge den Titel. Sie besiegten im Endspiel das Ehepaar Monika und Martin Car mit 7:6, 6:1. Erika Hofacker kam damit bei der nachgeholten Meisterschaft des Jahres 1988 auf insgesamt drei Titel, was bis dahin noch keinem anderen TCAS-Mitglied gelungen war. Den dritten Rang im Gemischten Doppel belegten Heike Heggen und Willi Günther sowie Hanni Grabenkamp und Michael Dey. Das Finale der Trostrunde entschieden Annelie Müller und Willi Klinge gegen Bärbel und Karl Langemeier für sich.

Das Endspiel der Jugend gewann Knut Grabenkamp gegen Timo Car. Dritte wurden Dirk Gertmann und Jens Hofacker. Im Bambino-Finale siegte Michael Pahlich über Moritz Gellert. Hier kamen Lutz Grabenkamp und Dennis Becker auf den dritten Rang. Im Doppel-Finale der Jugend setzten sich Timo Car/Knut Grabenkamp gegen Dirk Gertmann/Michael Geiger durch. Die Brüder Jens und Jörg Hausmann teilten sich den dritten Platz mit Pascal Iffland und Jörg Hofacker.

Die zehntägige Meisterschaft mit weit mehr als hundert Begegnungen war von Josef Sollich und Jürgen Schmidt bestens organisiert worden. Zum guten Gelingen und sehr harmonischen Verlauf trugen aber vor allem die 72 Teilnehmer mit ihrer Spielfreude und ihrer Disziplin bei.“

Fünfte Familen-Radtour am Main entlang

Auch wenn ab 1989 natürlich in erster Linie Tennis auf dem sportlichen Programm des TCAS steht, so legen viele Mitglieder Wert darauf, dass auch die Familien-Radtouren fortgesetzt werden. So findet am 3. September 1989 die 5. TCAS-Familien-Radtour statt. Rund vierzig Räder werden gegen 9.30 Uhr auf einen von Bernhard Iffland zur Verfügung gestellten Lkw verladen und an den Main bei Seligenstadt gebracht. Von dort geht es dann – über 21 Kilometer immer am Main entlang – bis zu einem schwimmenden Restaurant in Aschaffenburg. Nach dem Mittagessen fährt die TCAS-Gruppe auf der anderen Mainseite über Seligenstadt zurück zum Clubheim zu Kaffee und Kuchen.

120 Teilnehmer beim Doppel-Turnier zur Eröffnung der Plätze vier und fünf

Eine Woche später, also am 10. September 1989, können auch die Plätze vier und fünf erstmals bespielt werden. Aus diesem Anlass lädt der TCAS zu einem Doppel-Turnier mit wechselnden Partnern (Schleifchen-Turnier) ein. Im Gelnhäuser Tageblatt ist darüber zu lesen: „Eine Rekordbeteiligung hatte der Tennisclub am Spessart Großenhausen bei seinem internen Doppel-Turnier zu verzeichnen. Nicht weniger als 120 Mitglieder kamen auf die Tennis-Anlage, dazu zahlreiche Freunde und Gäste des Clubs. TCAS-Sportwart Josef Sollich hatte bei der Organisation der Doppel-Spiele von morgens bis abends alle Hände voll zu tun.

Obwohl sich die meisten Teilnehmer wegen des riesigen Andrangs mit zwei Spielrunden zu je dreißig Minuten begnügen mussten und viele Mitglieder wie der komplette TCAS-Vorstand freiwillig auf ein Teilnahme verzichteten, war die Stimmung auf den weitläufigen Terrassen vor den Clubräumen des TCAS hervorragend. Gäste auch benachbarter Tennisclubs, die die neuartige Anlage kennenlernen wollten, betonten, einen solchen Auftrieb bei einem internen Turnier noch nie erlebt zu haben. Zwar ging es in erster Linie um familiäre Geselligkeit, doch wurden auch zwei Sieger ermittel: Monika Car und Jens Lübbe holten die meisten Punkte.

Da auch viele Anfänger beim Turnier begeistert mit von der Partie waren, fühlten sich gleich zwanzig Besucher an diesem Tag ermutigt, dem TCAS spontan beizutreten. Die Zahl der TCAS-Mitglieder stieg damit bereits auf 290 an. Durch weitere Aktivitäten und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, so TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen, werde man sicherlich bald die Kapazitätsgrenze von 320 Mitgliedern erreichen und damit schon nach einem Jahr zu einem der größten Clubs der Region werden.“

Komplette Sportanlage offiziell eingeweiht: „Historischer Tag“

Am 28. Oktober 1989 wird die gesamte Sportanlage „Auf dem Berge“ eingeweiht: Bürgermeister Theo Ratzka sowie die beiden Vereinsvorsitzenden, die den Bau der Anlage vorangetrieben haben, Walter Desch für den TVL und Rolf Heggen für den TCAS, pflanzen zur Erinnerung an die lange Zeit der Anträge, Planungen und Bauphase gemeinsam einen Baum in der Nähe des TCAS-Clubheims.

In der Neuen Gelnhäuser Zeitung vom 30. Oktober ist unter anderem zu lesen: „Nach einjähriger Bauzeit wurde in Lützelhausen eine neue Sportanlage mit Turnhalle für den TV Lützelhausen und einer modernen 5-Platz-Tennisanlage für den TCAS Großenhausen eingeweiht. Bürgermeister Theo Ratzka sagte unter anderem: ,Ich bedanke mich bei beiden Vereinen für die gute Zusammenarbeit. Die gesamte Anlage wird ein Wahrzeichen der Gemeinde sein.‘

Groß war das Interesse der Bevölkerung an der Einweihungfeier, zu der auch der Bundestagsabgeordnete Richard Bayha und viele Gemeindevertreter gekommen waren. ,Nach vielen Sitzungen mit den Vereinen, den Gemeindekörperschaften und den Architekten ist dies ein historischer Tag‘, sagte Ortsvorsteher Klaus Arnold.

Alle Beteiligten und die Vereine hätten große Geduld bewiesen, betonte die Architektin Gudrun Rack. Die Architektin bedankte sich bei allen am Bau beteiligten Firmen und Handwerkern und vor allem bei Wilhelm Geiger vom Bauamt der Gemeinde. Besonders erfreulich sei, dass die Kostenplanung eingehalten werden konnte.

Ratzka war voll des Lobes über das ,gelungene Werk‘. Auch die Resonanz in der Öffentlichkeit sei sehr erfreulich. Nun gehe ein lange gehegter Wunsch der Vereine und der Gemeinde in Erfüllung. Bereits 1984 habe der Turnverein mit den Planungen für eine eigene Halle begonnen, 1985 sei dann der Tennisclub gegründet worden und habe sich auf die mühsame Suche nach einem geeigneten Gelände gemacht – was lag näher, als beide Projekte miteinander zu verbinden? Die Baukosten habe man auf gut zwei Millionen Mark für die Mehrzweckhalle mit den Clubräumen für beide Vereine und 400.000 Mark für die Tennisanlage geschätzt. Die Finanzierung sei durch einen beträchtlichen Zuschuss durch den Main-Kinzig-Kreis sehr erleichtert worden. Mit den Kosten für Wege, Bepflanzung, Zäune und Zufahrt schlage das gesamte Projekt mit rund 3,2 Millionen Mark zu Buche. Für ihre Clubräume müssen die beiden Vereine insgesamt 230.000 Mark an die Gemeindekasse bezahlen. Der Tennisclub erhält zu den von ihm selbst zu finanzierenden Kosten für die fünf Plätze einen Gemeinde-Zuschuss von zehn Prozent.

Die Vereinsvorsitzenden Desch und Heggen bedankten sich für das Engagement der Gemeinde. Der Chef der Tennisfreunde betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Turnern außerordentlich gut gewesen sei.“

Finanzierung über ein Bank-Darlehen

Zur Finanzierung der fünf Plätze und der Clubräume hat der TCAS im Jahr 1989 einen Finanzbedarf von rund 400.000 Mark. Dank einiger Zuschüsse, dank der Einnahmen durch Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträge müssen „nur“ noch rund 250.000 Mark über ein Darlehen finanziert werden, für das eine ortsansässige Bank dem TCAS-Vorsitzenden Rolf Heggen günstige Konditionen anbietet – allerdings unter der Voraussetzung der persönlichen Bürgschaft. Auch der Zweite Vorsitzende Hans-Ulrich Kloz und Kassenwart Horst Geiger unterzeichneten den Darlehensvertrag. Das Darlehen kann in der Folge dank ständig steigender Mitgliederzahlen (bis zu 360 im Jahre 1994), dank der Vermarktung der Sichtblenden und dank sehr sparsamer Haushaltsführung planmäßig getilgt werden.

Tennisspieler aus der DDR beim TCAS Großenhausen

Neben der kleinen „historischen“ Stunde mit der Eröffnung der Sportanlage ist der Spätherbst 1989 eine wirklich historische Zeit: Fall der Mauer an der deutsch-deutschen Grenze. Der Vorstand des TCAS reagiert sehr schnell und lädt als einer der ersten bundesdeutschen Vereine Ende Oktober 1989 Sportler aus der DDR zu einem mehrtägigen Besuch in Großenhausen ein. Darüber berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 14. November 1989: „Durch die Veränderungen im deutsch-deutschen Miteinander ergeben sich auch neue Möglichkeiten im deutsch-deutschen Sportverkehr. Waren bisher Begegnungen zwischen Sportlern aus beiden Teilen Deutschlands nur innerhalb des offiziellen Abkommens zwischen dem Deutschen Sportbund der Bundesrepublik und dem Deutschen Turn- und Sportbund der DDR nach stets langwierigen Verhandlungen in einem stark eingegrenzten Rahmen möglich, so zeichnet sich nun auch hier eine Normalisierung ab.

Unmittelbar nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze für Bürger der DDR hat der Tennisclub am Spessart Großenhausen von 1985 im Main-Kinzig-Kreis Kontakt mit dem Akademischen Tennis-Kombinat in Erfurt aufgenommen. Ein Mitglied der Erfurter Tennisvereinigung war durch Vermittlung eines Lützelhäuser TCAS-Mitglieds bereits am Sonntag zu Gast auf der Anlage des TCAS, wo gerade die Endspiele der TCAS-Clubmeisterschaft liefen. TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen und Sportwart Josef Sollich überreichten der Spielerin aus der DDR nicht nur ein Tennis-Präsent, sondern vereinbarten auch gleich eine Partnerschaft mit dem Erfurter Klub, der in der zweiten DDR-Liga die jährliche Meisterschaftsrunde bestreitet. Vorgesehen sind gegenseitige Besuche mit Tennis-Turnieren in Großenhausen und Erfurt.

,Von einer solchen Anlage können wir in Erfurt natürlich nur träumen‘, meinte die Erfurter Spitzenspielerin und Tennistrainerin. Vor allem zeigte sie sich völlig überrascht, dass man beim TCAS mitten im November bei geradezu idealen Bedingungen noch im Freien Tennis spielen kann. Der rege Spielbetrieb auf den fünf mit Quarzsand verfüllten Kunstrasen-Plätzen, die zahlreichen Zuschauer auf der Anlage und das sportlich-gesellige Leben im modernen Clubheim waren für die junge Erfurterin ein eindrucksvolles Erlebnis anlässlich ihres ersten Besuchs in der Bundesrepublik. ,Wenn ich das alles zu Hause erzähle, wird man mir das kaum glauben‘, meinte sie zum Abschied.“

Novum im deutschen Tennis: Clubmeisterschaft im November

Weil die Clubmeisterschaft von 1988 erst im Sommer 1989 ausgetragen worden ist, holt der TCAS seine interne Meisterschaft des Jahres 1989 im November nach. Darüber berichtet die Gelnhäuser Neue Zeitung am 18. November 1989: „Im deutschen Tennis dürfte der Tennisclub am Spessart Großenhausen für ein Novum gesorgt haben: Der Verein trug seine Clubmeisterschaften in den ersten beiden Novemberwochen im Freien aus, in einer Jahreszeit also, in der sich bei den deutschen Tennisclubs im Freien schon lange nichts mehr abspielt. Auf den Kunstrasenplätzen demonstrierten die Cracks des TCAS, dass man auf der Anlage wirklich zu jeder Jahreszeit spielen kann. Ein Experiment, so der Vorsitzende Rolf Heggen, das vollauf gelang.

Siebzig Erwachsene und Jugendliche kämpften in acht verschiedenen Konkurrenzen an drei Wochenenden um die Titel. Die stärkste Beteiligung war wieder im Herren-Einzel zu verzeichnen, in dem nicht weniger als vierzig Spieler antraten. Wie bei der vorangegangenen Clubmeisterschaft kam es hier erneut zum Endspiel zwischen Josef Sollich und Rolf Heggen. Diesmal allerdings musste Titelverteidiger Sollich sehr viel härter um den Erfolg kämpfen. Schon im Viertelfinale hatte er drei Sätze zu spielen, um Dieter Viernickel zu besiegen. Auch im Halbfinale gegen Udo Semmel waren drei Sätze fällig. Und das Finale dauerte gar zweieinhalb Stunden, bevor Josef Sollich durch das 4:6, 6:3, 6:3 über Rolf Heggen wieder als Clubmeister feststand.

Unmittelbar nach ihrem hart umkämpften Finale mit sehr langen Ballwechseln mussten Heggen/Sollich das Finale des Herren-Doppels gegen Horst Bender und Udo Semmel bestreiten. Nach spannendem Spielverlauf musste dieses Endspiel nach zwei Sätzen (5:7, 6:4) wegen der hereinbrechenden Dunkelheit abgebrochen werden. Die vier Spieler einigten sich darauf, die Partie Ende November wieder neu aufzunehmen.

Vor diesen beiden Endspielen hatte Rolf Heggen bereits in einem dritten Finale gestanden. An der Seite von Erika Hofacker gewann er das Endspiel im Mixed mit 6:2, 6:4 gegen Monika und Martin Car. Das Mixed Hofacker/Heggen holte sich damit den vierten TCAS-Titel in Folge.

Im Finale des Damen-Einzels setzte sich Heike Preuß mit 6:1, 6:3 gegen Monika Car durch. Das Endspiel des Damen-Doppels gewannen Hanni Grabenkamp/Ulrike Viernickel mit 6:2, 6:0 gegen Katrin Grieben/Bärbel Langemeier. Dritte wurden Sabine Kloz/Irene Pahlich und Karin Gellert/Kirsten Sollich.

Viele spannende und zum Teil hochklassige Spiele zeigten die Jugendlichen. Bei den Bambinos siegte Michael Pahlich vor Jouka Dehm, Moritz Gellert und Oliver Koch. Bei den Jugendlichen gewann Knut Grabenkamp vor Jörg Hausmann, Jens Hausmann und Dirk Gertmann. Die Brüder Hausmann entschieden das Doppel-Finale in drei Sätzen gegen Michael Geiger/Dirk Gertmann für sich. Auf den dritten Rang kamen Timo Car/Knut Grabenkamp und Moritz Gellert/Michael Pahlich.“

Deutsch-deutsche Tennisbegegnung nach dem Mauerfall auf der TCAS-Anlage

Aus einem Bericht der Gelnhäuser Neuen Zeitung: „Eine eindrucksvolle Kostprobe der Spielstärke im DDR-Tennis gibt am 26. November 1989 der 47-jährige Erfurter Tennis-Trainer Eddy Weinert auf der TCAS-Anlage. Weinert, die Nummer zwei in der Rangliste der Hochschul-Sportgemeinschaft Erfurt, begeistert in einem Einlagespiel gegen den 45-jährigen Rolf Heggen, ebenfalls Nr. 2 im TCAS, mit einem geradezu schulmäßigen ästhetischen Tennis.

Die HSG Erfurt, mit der der Tennisclub am Spessart Großenhausen wenige Wochen zuvor eine Partnerschaft vereinbart hat, zählt mit ihrer sieben Plätze umfassenden Henner-Henkel-Anlage zu den größten und spielstärksten Tennisvereinen der DDR und richtet jährlich auch ein großes internationales Turnier aus. Im Juni nächsten Jahres wird ein Erfurter Team nach Großenhausen kommen.“

Doppel-Finale bei frostigen Temperaturen

Am 1. Dezember 1989 berichtet das Gelnhäuser Tageblatt: „Selbst Temperaturen um den Gefrierpunkt können die TCAS-Spieler nicht davon abhalten, auf ihren Kunstrasenplätzen im Freien Tennis zu spielen. So wurde das letzte noch ausstehende Endspiel um die diesjährige Clubmeisterschaft im Herren-Doppel am letzten November-Sonntag ausgetragen. Dieses Finale zwischen den Titelverteidigern Rolf Heggen/Josef Sollich und Horst Bender/Udo Semmel war zwei Wochen zuvor beim Stande von 5:7, 6:4 vor Beginn des dritten Satzes wegen Dunkelheit abgebrochen worden. Bei der Neuauflage setzten sich nun Heggen/Sollich sicher in zwei Sätzen mit 6:2, 6:2 durch. Dritte wurden Karl Hölscher/Dieter Viernickel vor Andreas Kremkus/Heinz Pahlich.“

Die Bilanz der ersten Saison auf eigener Anlage

Über die TCAS-Mitgliederversammlung am 8. März 1990 ist im Gelnhäuser Boten zu lesen: „Auf den Tag genau fünf Jahre nach der Gründungsversammlung des Tennisclubs am Spessart Großenhausen von 1985 konnte der Initiator und Vorsitzende des TCAS, Rolf Heggen, mehr als sechzig Mitglieder zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Im modernen TCAS-Clubheim mussten die Mitglieder schon eng zusammenrücken.

Nach der ersten vollen Spielsaison auf der eigenen Anlage konnte der TCAS-Vorsitzende eine sehr positive Bilanz vorlegen. Der junge Club hat einen vorzüglichen Start hingelegt. Und einer der Vorzüge der Kunstrasenplätze wurde gleich im ersten Winter ganz deutlich: Denn auch in den Monaten November bis April, in denen in anderen Tennisvereinen der sportliche Betrieb im Freien völlig ruht, herrschte beim Tennisclub am Spessart Großenhausen an vielen Tagen reges Leben. Begünstigt durch das milde Klima dieses Winters, der ja mehr ein Frühling war, konnten die mittlerweile mehr als dreihundert TCAS-Mitglieder die Vorteile der fortschrittlichen Tennisanlage ausgiebig
nutzen.

So hätte die Stimmung bei der Mitgliederversammlung auch nicht besser sein können, obwohl der Vorstand eine Beitragserhöhung angekündigt hatte. 92 Prozent der anwesenden Mitglieder stimmten dieser Anhebung ohne große Diskussion zu. Die alten TCAS-Gebühren waren schon vor fünf Jahren noch im Stadium der Planung festgelegt worden. Und selbst nach der Beitragserhöhung schneidet der TCAS im Vergleich mit anderen Clubs immer noch günstig ab. In jedem Fall aber, so wurde dem TCAS-Vorstand vielfach bestätigt, stimme das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie bisher immer bei TCAS-Mitgliederversammlungen wurden die zehn Tagesordnungspunkte in weniger als neunzig Minuten erledigt. Alle Vorstandsmitglieder wurden nahezu einstimmig in ihre Ämter gewählt. Nur einmal gab es zwei Enthaltungen. Erster Vorsitzender bleibt auch für die nächsten zwei Jahre Rolf Heggen. Als Zweiter Vorsitzender löst Bernhard Iffland im besten Sinne der Rotation seinen Freund Hans-Ulrich Kloz ab, der wegen Arbeitsüberlastung mal eine Pause einlegen möchte, dem TCAS-Vorstand aber weiterhin als Rechtsbeistand zur Verfügung steht.

Kassenwart Horst Geiger, Sportwart Josef Sollich, Jugendwart Jürgen Schmidt und Schriftführerin Heike Heggen wurden mit demonstrativen Beifall in ihren Ämtern bestätigt. Um die Belange des Clubheims kümmert sich künftig Willi Klinge, für die Außenanlage ist Wolfgang Reitz zuständig. Den Vorsitz im Fest- und Veranstaltungskomitee übernahm Ute Lübbe, die Kasse werden Reinhard Hündersen und Gerd Preuss prüfen.

Neben dem fünften Geburtstag des TCAS hatten die Mitglieder dann noch das erfreulichste Ereignis des Tages zu feiern. Denn Jugendwart Jürgen Schmidt war seinem Amt endlich voll und ganz gerecht geworden und hatte für den Nachwuchs auch im eigenen Hause gesorgt. Mit Sekt wurde auf das jüngste, erst wenige Stunden alte TCAS-Mitglied angestoßen.“

„Pausenlos Tennis im Freien: Neue Zeitrechnung mit Quarz“

Unter dieser Überschrift veröffentlicht der Tennis-Experte Jochen Greinus am 1. April 1990 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen viel beachteten Artikel:

„Welcher Tennisfreund kennt es nicht, das lustvolle Gefühl, nach langer Winterpause tief durchzuatmen und die ersten Bälle durch die frische Frühlingsluft zu schicken? Lange kann es nicht mehr dauern, bis Deutschlands Freizeit- und Mannschaftsspieler wieder unter freiem Himmel auf den Plätzen sein werden, wo sie bei den Temperaturen der letzten Monate mit ihren Gedanken schon öfter gewesen sein dürften.

Eine kleine, aber wachsende Schar passionierter Tennisfreunde freilich wird diese Lustgefühle nur bedingt nachempfinden können. Sie hat den ganzen Winter über Tennis in der freien Natur gespielt, wie zum Beispiel beim Tennisclub am Spessart in Großenhausen, einem 1.200-Seelen-Dorf im
Kinzigtal. Im vorigen Jahr spielte der 1985 gegründete Club zum ersten Mal auf eigenen Plätzen, die nicht mit rotem Ziegelmehl, sondern mit einem Kunstrasen belegt sind. Die Mitglieder hatten sich für den wetterfesten Teppich mit eingebürstetem Quarzsand entschieden, weil sie sich nicht damit abfinden wollten, an sieben Monaten im Jahr entweder gar nicht zu spielen oder teure Hallenplätze mieten zu müssen. Der milde Winter gab ihnen recht.

Als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt legte man die Vereinsmeisterschaft in den November, ein Klubturnier in die Faschingszeit und organisierte für seine Jugendlichen ein Ganzjahres-Training im Freien. Und wenn es wirklich mal winterlich wurde, kehrte man den Schnee und spielte in einer weißen Landschaft Tennis. ,Ein ungewohntes Erlebnis, aber ein herrlicher Spaß‘, sagte der Vereinsgründer und Vorsitzende Rolf Heggen.

Immer mehr Tennisspieler beginnen sich zu fragen, ob es wirklich ein unabänderliches Muss ist, dass das Tor zur Tennisanlage – mag das Wetter noch so schön sein – im Oktober zugeschlossen und frühestens Anfang April wieder geöffnet wird. Es muss wohl sein, denn das Ziegelmehl hat nun einmal die Angewohnheit, Feuchtigkeit an sich zu binden. In der nasskalten Jahreszeit quillt der gebrannte Ton auf, zerfällt und bietet keine Haftung mehr: Ende der Spielzeit.

Bereits Anfang der Achtzigerjahre besannen sich hierzulande die ersten einschlägigen Unternehmen der in Kanada und Australien geborenen Idee, die Spieleigenschaften des Rotsandplatzes mit einem Quarzsandrasen zu imitieren. Auf diesem kann man wie auf Sand rutschen, was die Gelenke schont. Ausrutscher werden nicht gleich mit einem roten Hosenboden bestraft. Das teure und zeitaufwändige Präparieren des Platzes zu Saisonbeginn entfällt. Man braucht keinen Platzmeister, und man spart zudem das Wasser für die Platzpflege. Auch in der größten Hitze muss der Kunstrasen nicht gewässert werden. ,Ein wichtiger Umweltbeitrag‘, betont der Klubvorsitzende Heggen, ,wenn man sich mal vor Augen hält, was für unvorstellbare Mengen kostbaren Trinkwassers an jedem Sommertag auf Deutschlands Sandplätze verspritzt werden‘.

In etwa sechs Monaten werden die Platzwarte die Tore zu den Tennisvereinen wieder verschließen und ihren Winterurlaub antreten. Nicht so beim TCAS Großenhausen….“

Rolf Heggen neu im HTV-Präsidium

Am 12. April 1990 berichtet das Gelnhäuser Tageblatt: „Der Main-Kinzig-Kreis ist nun auch im sechsköpfigen Präsidium des Hessischen Tennis-Verbands (HTV) vertreten. Auf der Jahreshauptversammlung in Wetzlar wurde Rolf Heggen aus Linsengericht-Großenhausen einstimmig zum Präsidiumsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit gewählt.

Der neue HTV-Pressesprecher und künftige Herausgeber des Tennis-Magazins TOPSPIN hat sich im Bereich Tennis durch den Aufbau einer der modernsten Tennisclub-Anlagen in Deutschland einen Namen gemacht. Der von Heggen 1985 ins Leben gerufene und seitdem geführte Tennisclub am Spessart Großenhausen gilt im HTV als beispielhaft für fortschrittliches Vereinsmanagement.

Dem Hessischen Tennis-Verband, der seinen Sitz im Landesleistungs-Zentrum auf der Offenbacher Rosenhöhe hat, gehören derzeit rund 800 Vereine mit mehr als 200.000 Mitgliedern an.“

Neue Wege auf einer neuen Anlage

Am 15. April 1990 stellt auch das Tennis-Magazin Matchball seiner Leserschaft die Anlage des TCAS ausführlich vor. Dort ist unter anderem zu lesen:

„Wenn der Tennisclub am Spessart Großenhausen am 21. April 1990 seine Anlage mit einer bunten Mischung aus Show, Sport und Musik einweiht, dann kann dieser junge Verein schon einiges vorzeigen: Neben den fünf grünroten Kunstrasenplätzen auf zwei moderne Clubräume im Bistrostil, große Umkleide- und Duschräume, eine Trainingshalle, weitläufige Terrassen sowie eine herrliche Rundumsicht ins Kinzigtal und auf die Ausläufer des Spessarts.

Kein Wunder, dass sich die Mitgliederzahl des TCAS schon ein halbes Jahr nach dem provisorischen Spielbeginn auf drei Plätzen inmitten einer Baustelle schon auf weit mehr als 300 erhöht hat, obwohl der Linsengerichter Ortsteil Großenhausen nur 1.200 Einwohner zählt. Die TCAS-Anlage in der Nähe von Gelnhausen war gerade an den sonnigen Wochenenden dieses Winters ein beliebtes Ausflugsziel für Funktionäre und Spieler aus zahlreichen Vereinen, weil sich herumgesprochen hatte, dass in Großenhausen vieles ein bisschen anders ist als in anderen Tennisclubs. Und auch im Hessischen Tennis-Verband (HTV) war man auf den Verein am Rande des Spessarts und seinen Initiator aufmerksam geworden. Und so wurde Rolf Heggen auf Vorschlag des HTV-Präsidenten Dr. Wolfgang Kassing zum neuen Pressesprecher des Verbands berufen.

Mit der Theorie hält man sich in Großenhausen nicht lange auf. Und so stimmten die Mitglieder des TCAS auf der ersten Versammlung fünf Jahre zuvor dem Vorschlag von Rolf Heggen, auf konventionelle Sandplätze zu verzichten, ohne große Diskussion zu, obwohl kaum einer von ihnen zuvor schon einmal auf quarzsandverfüllten Kunstrasenplätzen gespielt hatte. Dies war ein großer Vertrauensbeweis für den Clubinitiator, der 1985 den Verein aus der Taufe gehoben hatte und dann dreieinhalb Jahre den langen Marsch durch alle möglichen Behörden und Instanzen gehen musste, bevor im August 1988 endlich die Baugenehmigung kam und im Mai 1989 die ersten beiden Plätze bespielt werden konnten. Jetzt, da die wunderschöne, großzügig und modern gestaltete Anlage fertig ist und vier weiße Fahnen mit dem blaugrünen Clubemblem stolz am Rande des Centercourts flattern, gibt es keine Zweifel mehr, dass die neuen Wege auf einer neuen Anlage in eine vielversprechende Zukunft führen.“

Erster „Tag der offenen Tür“ und Einweihungsfest

Für den 21. April 1990, 15 Uhr, lädt der TCAS zu seinem Einweihungsfest und zum ersten „Tag der offenen Tür“ auf seine Anlage ein. Darüber berichtet unter anderem die Gelnhäuser Neue Zeitung: „Plop! Plop! Die Asse, Schmetterbälle und Returns flogen den Besuchern nur so um die Ohren. Der Tennisclub am Spessart feierte am Samstag die Einweihung der Kunstrasenplätze, die es möglich machen, sommers wie winters den ,weißen Sport‘ auszuüben.

Der Vorsitzende und Vereinsgründer Rolf Heggen begrüßte die Besucher aus nah und fern recht herzlich, darunter Bürgermeister Theo Ratzka, der Präsident des Tennisbezirks Offenbach, Joachim Dürwald und der Vorsitzende des Sportkreises Gelnhausen, Kurt Wilhelm.

,Wir sind ein kleiner Ort, haben aber nur eine großartige Anlage‘, betonte Heggen in seiner Ansprache, ,wir wollen in erster Linie Freizeit- und Familiensport ambitioniert und konsequent fördern, nicht unbedingt neue Boris Beckers oder Steffi Grafs heranzüchten‘.

Die benachbarten Tennisvereine überreichten Bäumchen zum Anpflanzen, darunter eine Korkenzieherweide, die nach Ansicht des Stifters dem Verein Glück bringen werde. Der Musikverein Lützelhausen spielte flotte Rhythmen und die Gäste unterhielten sich angeregt auf den Terrrassen und in den beiden Bistros bei Kaffee und Kuchen.

Die Überraschung kam an diesem beschwingten Nachmittag von oben:
Ein Flugzeug des Aeroclubs Gelnhausen kreiste über der Anlage, dann öffnete sich die Tür und Fallschirmspringer stürzten sich in die Tiefe. In einer Fünfer-Formation, sinnbildlich für die fünf Plätze des TCAS, schwebten sie durch die Luft. Zwei landeten schließlich gekonnt auf Platz eins des TCAS, die anderen drei auf der Wiese daneben.

Sportliche Höhepunkte bei der Einweihungsfeier: Der deutsch-deutsche Tennis-Schaukampf zwischen den DDR-Spitzenspielern Eddy Weinert und Heribert Ernst aus Erfurt auf der einen Seite und den hessischen Verbandsligaspielern Ralf Zirnzak und Peter Oberländer (beide Trainer im TCAS) auf der anderen Seite.

Wen dieses mitreißende Spiel animiert hatte, konnte gleich anschließend selber die neuartigen Plätze testen, auch ohne Tennisschuhe und -kleidung. Schläger und Bälle stellte der Verein jedem Interessierten gerne zur Verfügung.“

Am Ende des Tages eine erfreulich Bilanz für den TCAS: Nun sind es bereits 330 Mitglieder.

Verblüffung über den Aufstieg

Am 12. September 1990 berichtet das Gelnhäuser Tageblatt über die Leistungsentwicklung im TCAS nach dem ersten vollen Spieljahr: „Obwohl beim Tennisclub am Spessart Großenhausen vor allem der Freizeit- und Familiensport im Mittelpunkt steht, hat sich das Leistungsniveau unter den 330 Mitgliedern schon im ersten Jahr nach der Eröffnung der Ganzjahres-Anlage stark nach oben entwickelt.

So konnten gleich zwei der vier Teams, die an der Meisterschaftsrunde des Hessischen Tennis-Verbands teilnahmen, ungeschlagen Meister ihrer Klassen werden und sich damit den Aufstieg sichern. Für die größte Überraschung sorgte dabei die Herren-Mannschaft des TCAS, in der außer Udo Semmel nur Spieler standen, die noch nie an einer Verbandsrunde teilgenommen und zum Teil erst beim TCAS mit Tennis angefangen hatten. Das Lehrjahr wurde gleich zum Meisterjahr. Die sieben eingsetzten Spieler (Udo Semmel, Jürgen Schmidt, Wolfgang Reitz, Andreas Kremkus, Stefan Leber, Werner Breitenbach, Jörg Hausmann) waren am Ende selbst verblüfft, dass sie alle fünf Spiele in der Kreisliga gegen Teams aus Ronneburg, Ulmbach, Wächtersbach, Wolferborn und Ostheim gewonnen hatten. Umso fröhlicher war die Aufstiegsfeier.

Der Aufstieg der Jungsenioren des TCAS Großenhausen in die Bezirksliga überraschte dagegen weniger, weil in diesem Team doch viele erfahrene Spieler stehen, die schon in anderen Clubs Mannschaftsspiele bestritten haben. Die beiden ernsthaftesten Mitbewerber um den Aufstieg, die Teams von Schwarz-Weiß Büdingen und Blau-Weiß Schlüchtern, wurden souverän mit 8:1 aus dem Feld geschlagen. Auch der Ronneburger TC und der TC Meerholz wurden deutlich besiegt. Acht Spieler waren in dieser Rangfolge an der Meisterschaft beteiligt: Josef Sollich, Rolf Heggen, Peter Zimmermann, Bernd Riedel, Dieter Viernickel, Michael Dey, Reinhard Dehm, Heinz Pahlich.

Gleich in der höchsten Spielklasse des Bezirks Offenbach, der Bezirksliga A, traten die Jungseniorinnen des TCAS an. So mancher Experte prophezeite dem Team, in dem nur eine Spielerin schon entsprechende Erfahrung hatte, eine hohe Niederlage nach der anderen. Doch die TCAS-Damen steigerten sich von Spiel zu Spiel, gewannen nach Niederlagen gegen BSC 99 Offenbach, Nidderauer TC, TC Neuberg und Gemaa Tempelsee schließlich deutlich gegen den TC Altenstadt und den TC Weißkirchen bevor sie am letzten Spieltag Rot-Weiß Sprendlingen mit 4:5 unterlagen. Für den TCAS waren erstmals dabei: Kirsten Kardels, Ulrike Viernickel, Karin Geiger, Heidi Geiger, Hanni Grabenkamp, Bärbel Langemeier, Ingrid Hölscher, Heike Heggen, Karin Gellert, Ute Lübbe und Katharina Grieben.

Sehr zufrieden konnte auch das TCAS-Seniorenteam mit seiner ersten Saison sein. Durch Siege über Himbach, Langenselbold und Ortenberg belegte die Mannschaft am Ende hinter Büdingen und Schlüchtern den dritten Rang in der Kreisliga. Manfred Apel, Martin Car, Dr. Werner Heit, Jens Lübbe, Gerd Grieben, Bernhard Krischke, Karl Langemeier, Wolfgang Bayerdörfer, Holk Rainer Gladow, Peter Joksch und Wilhelm Hans spielten für den TCAS, der in der nächsten Saison aufgrund des hohen Interesses noch mehr Mannschaften für die Verbandsrunde melden wird.“

Die Titelverteidiger behaupten sich

Im Gelnhäuser Boten ist am 20. September 1990 zu lesen: „Bei den 5. Clubmeisterschaften des TC am Spessart Großenhausen konnten sich in den meisten Konkurrenzen die Titelverteidiger durchsetzen. Mehr als siebzig Mitglieder nahmen an dem dreiwöchigen Turnier teil. Die größte Beteiligung gab es wieder mit 36 Nennungen im Herren-Einzel. Und zum dritten Mal hintereinander bewies Josef Sollich, dass er als Sportwart nicht nur ein Mann der Theorie ist. Diesmal besiegte er im Finale Peter Zimmermann, nachdem er im Halbfinale in einem hochklassigen Drei-Satz-Match vor zahlreichen Zuschauern den TCAS-Jugendwart Jürgen Schmidt ausgeschaltet hatte.
Mit Jörg Hausmann war erstmals auch ein Jugendlicher unter die letzten vier gekommen. TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen, in den vergangenen Jahren stets im Finale, musste diesmal gleich in der ersten Runde aufgeben, weil er am selben Tag das Vorstandsturnier des Hessischen Tennis-Verbands in Offenbach zu leiten hatte. Ihm blieb so nur die Trostrunde, in der er dann alle vier Spiele deutlich gewann.

Eine neue Meisterin gab es im Damen-Einzel: Monika Car gewann das Endspiel gegen Ulrike Viernickel. Auf den dritten Rang kamen Karin Geiger und Karin Gellert. In der Trostrunde setzte sich Heide Geiger durch.

Zum vierten Mal in Folge gewannen Rolf Heggen/Josef Sollich den Titel im Herren-Doppel, diesmal im Finale gegen Manfred Apel/Horst Bender. Dritte wurden hier Stefan Leber/Udo Semmel sowie Jürgen Schmidt/Peter Zimmermann. Sieger der Trostrunde: Die Jugendlichen Michael Geiger/Dirk Gertmann. Im Damen-Doppel siegten Monika Car/Erika Hofacker vor Kirsten Sollich/Ulrike Viernickel sowie Hanni Grabenkamp/Ingrid Hölscher und Heike Heggen/Bärbel Langemeier. In der Trostrunde siegten Heidi und Karin Geiger.

Weiterhin im TCAS ungeschlagen blieben im Mixed Erika Hofacker und Rolf Heggen, die sich zum fünften Male die Clubmeisterschaft holten, diesmal im Finale gegen Hanni Grabenkamp und Karl Hölscher. Dritte wurden Heidi und Michael Geiger sowie Monika und Martin Car. Sehr spannend ging es in der Trostrunde zu, in der sich nach großem Kampf Karin und Horst Geiger durchsetzten.

Bei den Jugend-Clubmeisterschaften gab es folgende Ergebnisse:

Jugend-Einzel: 1. Dirk Gertmann, 2. Timo Car, 3. Jens Hofacker; Trostrunde: Jörg Hausmann. – Jugend-Doppel: 1. Michael Geiger/Dirk Gertmann, 2. Timo Car/Knut Grabenkamp, 3. Jens und Jörg Hausmann. – Bambini-Einzel: 1. Oliver Koch, 2. Michael Pahlich, 3.Jouka Dehm und Moritz Gellert. – Bambini-Doppel: 1. Oliver Koch/Michael Pahlich, 2. Jouka Dehm/Moritz Gellert, 3. Lutz Grabenkampf/Dominik Iffland.“

Fünfjährige Aufbauphase: Erst zäh, dann stürmisch

Mit dem Jahr 1990 ist die erst so zähe und zum Schluss so stürmische fünfjährige Aufbauphase des Tennisclubs am Spessart Großenhausen endgültig abgeschlossen. Der Verein floriert, die Mitglieder haben Spaß und es bilden sich immer mehr Mannschaften, die an den Punktrunden des Hessischen Tennis-Verbands teilnehmen.

Deshalb beschränkt sich die Chronik nun in Stichworten auf die weitere Entwicklung. Eine Aufstellung der Clubmeister und der Vorstandsmitglieder von 1985 bis 2010 findet sich am Ende der Chronik.

4. August 1991: Erstes Kleinfeld-Tennisturnier beim TCAS

11. August 1991: 6. TCAS-Familien-Radtour zur Wiesbütt

5. September 1992: „7,5-Jahr-Feier“ des TCAS

Hierüber ist später in den lokalen Zeitungen (Gelnhäuser Tageblatt, Neue Gelnhäuser Zeitung, Gelnhäuser Bote) unter anderem zu lesen:

Das andere Clubfest in drei Teilen: Verzauberung und Begeisterung

„Die Klagen in den Tennisclubs gleichen sich: Die Mitglieder werden immer müder, ziehen nicht mehr richtig mit, nehmen kaum noch an Clubmeisterschaften teil und wollen schon gar nicht mithelfen, wenn es um Veranstaltungen im Verein geht. Der TC am Spessart Großenhausen hatte sich deshalb bisher vor allem auf sportliche Events konzentriert. Man wollte die Termin-Kalender der Mitglieder mit Festen aller Art nicht noch weiter strapazieren.

Doch der Zweite Vorsitzende des TCAS, Bernhard Iffland, ging davon aus, dass auch ein Clubfest zu einem Erfolg werden kann, wenn man neue Wege findet, den Mitgliedern ein wirklich attraktives Programm zu bieten und zudem nicht versucht, mit einem solchen Fest vor allem die Clubkasse aufzubessern. Den Gewinn sollten ausschließlich die Besucher des Festes haben.

Zusammen mit der Büdinger Gruppe ,Andersland‘ konzipierte Bernhard Iffland ein dreiteiliges Clubfest auf der Anlage des TCAS, der das Glück hat, eine große moderne Mehrzweckhalle und weitläufige Terrassen auf seinem Clubgelände für solche Veranstaltungen nutzen zu können. So begann das erste TCAS-Fest am Nachmittag mit einer großen Kinderanimation durch die Gruppe ,Andersland‘: Eine fantasievolle Reise um die Welt, bei der auch die Erwachsenen einbezogen wurden. Und da Abenteuerreisen hungrig machen, wurde danach die TCAS-Fressgass eröffnet, die nun zu einer kulinarischen Reise durch verschiedene Kontinente einlud: Von China über Mexiko und Ungarn bis zur Nordsee-Küste. Bernhard Iffland hatte geradezu einen Wettstreit der Hobby-Köche inszeniert; jeder wollte jeden überbieten. Den Gewinn hatten alle, die exquisite und exotische Spezialitäten zum Selbstkostenpreis genießen konnten.

Damit waren Geist und Körper bestens vorbereitet für den dritten Teil des Clubfestes am Abend in der Halle, die fleißige und künstlerisch begabte TCAS-Mitglieder (inspiriert vor allem durch Sylvia Salner und Karin Winter) mit tausend Quadratmeter Stoff, mit Tausenden von Luftballons und mit Fallschirmseide als schwebende Zwischendecke in einen schwarz-roten Theatersaal verwandelt hatten, illuminiert von Hunderten von Kerzen.

Festlich gedeckte Tische, üppige Blumendekoration, Kerzenschein und bunte Bühnenbeleuchtung verzauberten die Atmosphäre in der sonst so nüchternen Halle. TCAS-Vorsitzender Rolf Heggen war sprachlos: „Eine solch märchenhaft schöne Anmutung hätte ich nicht für möglich gehalten.“

Für die endgültige Verzauberung der rund dreihundert Gäste sorgte dann die Gruppe ,Andersland“ mit einem speziell auf den Tennisclub am Spessart zugeschnittenen Tennis-Kabarett unter dem Motto Sender Court Großen-hausen sendet live von der Anlage und präsentiert Sternstunden des Tennis.
Eine bunte Mischung aus Zuschaueranimation, Kabaretteinlagen, artistischer Kleinkunst und magischem Bewegungstheater mit faszinierenden Lichteffekten begeisterte gut zwei Stunden das Publikum, darunter auch eingeladene Gäste aus einem Erfurter Tennisverein, mit dem der TCAS seit November 1989 eine Partnerschaft pflegt.

‚Nach dem großen Erfolg steht fest: Nächstes Jahr gibt’s eine Neuauflage‘, konnten die TCAS-Verantwortlichen dann zu ihrer Verblüffung als Schlagzeile in der Gelnhäuser Neuen Zeitung lesen. Genau dies war nämlich nicht geplant. Nicht wegen des stattlichen vierstelligen Betrags, der aus der Clubkasse zugeschossen werden musste, weil man bewusst auf Eintrittsgeld für die Abendveranstaltung verzichtet hatte, sondern weil man erstens nicht jedes Jahr so viele Mitglieder mit der gewaltigen Vorarbeit belasten möchte und weil man zweitens keine Routine aufkommen lassen will.

,Ein solches Fest muss etwas ganz Besonderes bleiben. Die Leute müssen wissen, dass es keine beliebige Serienveranstaltung ist‘, erläuterte Rolf Heggen das Konzept. Und so war es natürlich auch ,reiner Zufall‘ gewesen, dass der TC am Spessart just am Tag des Festes genau 7,5 Jahre alt wurde – wie Heggen mit einem Augenzwinkern betonte.“

Weitere TCAS-Ereignisse (Auswahl*):

14. Juni 1994: Der TCAS meldet 351 Mitglieder (153 Jugendliche und 198 Erwachsene) an den Hessischen Tennis-Verband, mehr als je zuvor, und zählt damit zu den 100 größten Vereinen in Hessen.
9. Sept. 1995: Große Zehn-Jahres-Feier des TCAS in der Mehrzweckhalle
7. Januar 1996: TCAS-Winterwanderung zur Teufelsmühle und Schwedenschanze
19. Mai 1997: Aktionstag „Tennis 2000“ beim TCAS
19. April 1998: Tennis-Aktionstag
Frühjahr 1999: Erneuerung von Platz 1 mit neuem Belag
14. März 1999: Wegen noch stärker angewachsener beruflicher Anforderungen bittet Rolf Heggen die Mitgliederversammlung, bei der keine Neuwahlen anstehen, einer Übergabe seines Amtes als 1. Vorsitzender an den langjährigen 2. Vorsitzenden Bernhard Iffland zuzustimmen. Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Frühjahr 2001: Erneuerung der Plätze 2 und 3 mit neuen Belägen und Drehung der Plätze um 90 Grad. Neue Zugänge zu den beiden Plätzen an den Seiten und Anlegen einer Terrasse neben Platz 3.
21. März 2004: Der TCAS ernennt seinen Initiator und langjährigen Vorsitzenden Rolf Heggen zum ersten Ehrenmitglied des Vereins.
Sommer 2004: Erneuerung der Plätze 4 und 5 mit neuen Belägen und Anlegen einer neuen Terrasse neben Platz 5
April 2006: Bernhard Iffland erhält von HTV-Vizepräsident Rolf Heggen wegen seiner Verdienste um den TCAS die „Silberne Ehrennadel“ des Hessischen Tennis-Verbands (HTV).
29. April 2007: Tag der offenen Tür
März 2010: Der TCAS meldet 13 Mannschaften für die Team-Tennis-Runde des Hessischen Tennis-Verbands, mehr als je zuvor.
Frühjahr 2010: Renovierung und neue Einrichtung TCAS-Clubheim
14. August 2010: 25-Jahr-Feier des TCAS

* Diese Auswahl kann und sollte noch ergänzt werden. Für entsprechende Hinweise bin ich dankbar. Wer etwas zu ergänzen hat, ist herzlich gebeten, mich zu informieren (
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